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Neuss
Jazz-Reihe der Alten Post feiert ihr Zehnjähriges

Neuss. Die Konzertreihe "Blue in Green" startet mit dem Ausnahmegitarristen Philip Catherine ins neue Jahrzehnt. Er hält auch eine Masterclass ab. Von Helga Bittner

Mit vier Konzerten hat es angefangen, acht sind es heute - und gelegentlich waren es auch schon zehn. "Aber da bin ich übers Ziel hinausgeschossen", sagt Philipp van Endert. Schmunzelnd und mit einem Seitenblick auf Hans Ennen, der nämlich Raum und Budget seiner Alten Post für die Jazz-Reihe des Gitarristen van Endert zur Verfügung stellt. Unter dem Titel "Blue in Green" hat sich die Konzertreihe mit Größen der nationalen und internationalen Jazzszene in den zehn Jahren ihres Bestehens ein festes und großes Stammpublikum erobert.

Mit Beginn des zweiten Jahrzehnts offeriert Programmmacher van Endert gleich einen der ganz Großen des internationalen Jazz: Philip Catherine. Ob Chet Baker, Klaus Doldinger, Charly Mariano, Benny Goodman oder Jasper van't Hof - sie alle haben schon mit ihm gespielt. Der 1942 in England geborene belgische Gitarrist ist eine Institution - die selbst der sehr gut vernetzte Philipp van Endert noch nicht persönlich kennengelernt hat: "Darauf freue ich mich riesig, denn ich bin ein großer Fan von ihm", sagt er. Nur durch einen Zufall ist er an Catherine herangekommen: "Meine Kölner Agentur vertritt auch ihn, und zufällig kam die Sprache darauf, dass es für seine kleine Tour mit seinem Trio AMC noch einen freien Termin gibt." So wird Catherine am Samstag, 30, Januar, ab 20 Uhr in der Alten Post spielen, möglich gemacht auch vom treuen Sponsor der "Blue in Green"-Reihe, der Firma Convento von Rainer Maassen. Dennoch wird für dieses Ausnahmekonzert auch ein Ausnahmepreis erhoben: 20 Euro (statt sonst 12) kostet der Eintritt, aber: "Ich habe für Catherine in Düsseldorf auch schon 49 Euro bezahlt", sagt Jazz-Fan Maassen trocken.

Catherines Auftritt markiert zudem den Beginn einer institutionalisierten Zusammenarbeit der Jazz-Reihe/Alte Post mit der Musikschule. Deren Förderverein wird künftig Masterclasses mitfinanzieren. "Drei bis vier pro Saison können es werden", sagt Musikschulleiter Reinhard Knoll. Am Tag nach seinem Konzert kommt Philip Catherine dafür ins Romaneum, einige freie Plätze gibt es noch. "Nicht nur für Gitarristen", sagt Philipp van Endert, der natürlich auch dabei sein wird. Eine zweite Masterclass ist geplant, wenn der "alte Freund und Lehrer" von van Endert nach Neuss kommt: Bret Willmott vom Berklee College in Boston. Er spielt mit einem Trio (van Endert, Gitarre, und André Nendza, Bass) am 22. Juni in der Alten Post.

Vorher stehen allerdings noch vier andere Konzertabende an. Sängerin Anne Czichowsky kommt mit ihrem Trio am 2. März in die Alte Post. "Eine tolle, richtige Jazzsängerin", sagt van Endert, "wenn sie scattet, hört sich das wie von Ella Fitzgerald an." Zum Matthias-Goebel-Quartett, das am 20. April zu Gast ist, gehört auch van Endert - was Hans Ennen schon jetzt das Kassenklingeln hören lässt. "Als Veranstalter bin ich über jeden Auftritt mit Philipp van Endert froh", sagt er trocken, "denn er hat einen so großen Fan-Kreis, dass das Haus proppevoll wird." Was schon mal 180 Zuhörer bedeuten kann.

Ein Doppelkonzert bestreiten am 25. Mai Klaus Mages+Tao3 sowie das Koi-Trio, und auch der Auftritt von Bret Wilmott ist mit dem einer weiteren Band gekoppelt: dem Jörg Kaufmann Quartett. Am 26. Oktober geht es dann um "Accordian Affairs" mit der gleichnamigen Band aus Jörg Siebenhaar, Konstantin Wienstroer und Peter Baumgartner. Das Jazz Ensemble Düsseldorf, kurz: JE:D, unter anderem mit van Endert und Peter Weiss, stellt am 16. November seine neue CD vor und beendet die Reihe. In diesem Jahr.

Quelle: NGZ
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