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Neuss
Jazzpianist will Sound für Filme machen

Neuss: Jazzpianist will Sound für Filme machen
Das Studio der Musikschule im Romaneum ist auch ein Arbeitsplatz von Patrick Arnold. Schon als Schüler hat er in einer Band gespielt. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Voraussichtlich 2016 wird der Jazzpianist Patrick Arnold (24) sein Studium an der Robert-Schumann-Hochschule abschließen. Erste Weichen für seinen Werdegang wurden im Band-Projekt am Marie-Curie-Gymnasium gestellt. Von Susanne Niemöhlmann

Schlagzeuger in einer Rockband wollte Patrick Arnold werden. Peter Gross entschied anders: Der Musiklehrer am Marie-Curie-Gymnasium (MCG) gab dem Zweitwunsch "Klavier" des Fünftklässlers statt und teilte ihn der Bigband zu. Zu enttäuscht war der damals Zehnjährige offenbar nicht. Und heute kann Patrick Arnold sogar herzlich darüber lachen. Der 24-Jährige studiert im achten Semester Musik und Medien an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule und hat recht konkrete Vorstellungen davon, wie sein Berufsleben aussehen soll. Wichtige Impulse gab die Teilnahme am Bigband-Projekt seiner früheren Schule. "Das war für viele meiner Mitschüler mit ein Grund, sich für das MCG zu entscheiden", meint der Neusser, dessen Musikalität bereits seiner Klassenlehrerin in der Grundschule auffiel. Von ihr erhielt er auch den ersten Unterricht - am Keyboard. "Die Anschlagstechnik habe ich mir anschließend am Klavier nie ganz abtrainieren können", gibt er lachend zu.

Instrumentalunterricht bei Andreas Kolinski, Jahrgangsband, Rehearsalband, dann die Concertband bei Peter Gross - Patrick Arnold hat den gesamten Parcours des Band-Projekts durchlaufen, daneben auch in weiteren Musikgruppen wie der Schülerband "Best friends" oder der Jazz-Formation "P.S.T." mitgewirkt. Dass die Concertband des MCG "für eine Schülerband ein wirklich gutes Niveau" besitzt, findet er eigentlich erstaunlich angesichts der Tatsache, dass die meisten erstmals als Zehnjährige Instrumentalunterricht erhalten hätten. Immerhin: Beim beeindruckenden Abschiedskonzert für Peter Gross erfüllte die Concertband dem Musiklehrer mit dem gekonnt vorgetragenen Jazz-Standard "Birdland" einen Traum. "Die Concertband besaß zu meiner Zeit schon eine gewisse Zugkraft", erinnert er sich, "natürlich wollten die Jüngeren unbedingt aufgenommen werden." Und beneideten die Auserwählten, wenn es über ein verlängertes Wochenende auf Bigband-Fahrt ging. "Ein Highlight", sagt Arnold, der allerdings auch schmerzhafte Erinnerungen hat: "In Bad Fredeburg fehlte auf der Taste für das C die Auflage, das Holz darunter lag frei. Da das eine häufig benutzte Taste ist, habe ich mir den Daumen an diesem Wochenende regelrecht blutig gespielt", erzählt er.

2016 will der junge Mann den "Bachelor of Music" in der Tasche haben. Und dann? Als künftiges Betätigungsfeld kann er sich Visual Music vorstellen, eine eigene Kunstform, bei der Ton und Bild zugleich komponiert werden und eine Einheit bilden. "Ein frühes Beispiel dafür ist Walt Disneys 'Fantasia'", sagt Patrick Arnold. Musikvideos und Filmmusik, Videoprojektionen bei Konzerten und Festivals - Bedarf gibt es genug. Doch auch wenn der Neusser bereits mehrere Internationale Visual Music Awards gewonnen hat, ist sein Interesse für Sounddesign im Filmbereich noch größer. "Bei Dreharbeiten werden Hintergrundgeräusche meist nachvertont", erklärt er, "der Sounddesigner stellt die Töne zusammen und nimmt die Atmosphäre auf, damit schließlich eine Filmtonspur fertiggestellt werden kann." Erste Schritte in diese berufliche Richtung hat er bereits unternommen und gemeinsam mit seinem Kommilitonen Philipp Reimann die "KlangKönner" gegründet. "Komponisten und Sounddesigner haben bislang getrennt voneinander gearbeitet. Wir bieten den kompletten Filmton aus einer Hand an - das geht schneller, weil die Kommunikation reibungsloser läuft", erzählt er.

Von einer Karriere als Jazzmusiker träumt er weniger - obwohl er sich in Neuss und Umgebung als solcher einen Namen gemacht hat. Vor sechs Jahren gründete er zusammen mit Max Gaedtke (Bass) und Tobias Kinna (Schlagzeug) das Patrick-Arnold-Trio, bekannt auch als "PAT-Jazz", mit Markus Titschnegg zusammen tritt er mit der Cover-Band "Titschy & Friends" auf.

Quelle: NGZ
 
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