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Neuss
Junges Publikum fürs Theater begeistern

Neuss. Anna-Lena Schulte, seit der Spielzeit 2015/16 als Theaterpädagogin und Dramaturgin für Kinder- und Jugendtheater ans RLT, geht in Elternzeit. Ihre Nachfolgerin ist Tanja Meurers aus Düsseldorf Von Helga Bittner

Wenn Anna-Lena Schulte und Tanja Meurers mit Blick auf ihren Beruf überhaupt etwas bereuen, dann das: Dass sie sich nicht früher kennengelernt haben. Beide arbeiten als Theaterpädagoginnen, die eine am Landestheater, die andere am Jungen Schauspielhaus in Düsseldorf. Da ist der Rhein offensichtlich mehr als nur ein Fluss, er ist eine Grenze, denn Schulte gibt ebenso wie Meurers zu, selten zum Theatergeschehen am anderen Ufer hinübergeschaut haben. Aber auch das hat einen Grund: Jede von ihnen hat genug im eigenen Beritt zu tun.

Dass sich ihre Weg nun kreuzen, liegt an Anna-Lena Schulte. Die 36-Jährige, die mit der Spielzeit 2015/16 als Theaterpädagogin und Dramaturgin für Kinder- und Jugendtheater ans RLT kam, erwartet ihr zweites Kind. Das Neusser Haus suchte Ersatz, schaute sich frühzeitig um und lud unter anderem Tanja Meurers ein. Sie hatte zuletzt am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf im Bereich Theaterpädagogik und im Anschluss in Kooperation mit der Hedwig-und-Robert-Samuel-Stiftung im Rahmen des interkulturellen Begegnungscafés Café Eden am Düsseldorfer Schauspielhaus mit dem Schwerpunkt "Theater und Spracherwerb" gearbeitet.

"Es gab dann nur dieses eine Gespräch", erzählt Anna Lena-Schulte lachend, "denn danach war schon klar, dass Tanja genau die richtige ist." Zwei Jahre Elternzeit hat sich die Mutter von dann zwei Kindern vorgenommen, ihre Rückkehr fällt jedoch schon in die Spielzeit des neuen Chefs, Gespräche mit diesem werden klären, ob sie danach am RLT bleiben kann.

Für Tanja Meurers ist die zeitliche Begrenzung kein Thema. Sie arbeitet schon seit rund einem Monat am RLT mit Schulte zusammen - es hätte gern schon immer so sein können, sagen die beiden Frauen lachend. Für Meurers hat das den großen Vorteil, dass sie sich einarbeiten konnte.

Sie hat sich mittlerweile die Inszenierungen angeschaut, war auf Abstechern dabei und wird nun die Begleitung der Produktionen übernehmen, an denen Schulte als Theaterpädagogin und/oder Dramaturgin mitgearbeitet hat oder eingeplant war: "Gans und gar", "Die Physiker", "Der Lebkuchenmann", "Zwei Monster" sind die schon laufenden Inszenierungen, das Stück "Im Schlaraffenland" hat im Januar Premiere und "Blutsbrüder" im Februar. Auch die Bürgerbühne fällt in Meurers Verantwortungsbereich, ebenso wie der Theaterchor: "Singen kann ich nicht", sagt sie schmunzelnd, "aber zum Glück sind ja immer tolle Gäste vom Ensemble dabei."

Der Reiz für die 33-Jährige, sich am RLT zu bewerben, war vor allem der Wunsch, "wieder in die Stückbegleitung zu gehen". Das hat sie offensichtlich in den vergangenen zwei Jahren in ihrer Arbeit vermisst. Die Antwort auf die Frage nach dem für sie spannendsten Projekt am RLT kommt denn auch ohne zu zögern: "Blutsbrüder!" Das Stück wird ebenso am RLT entwickelt wie "Im Schlaraffenland".

Dass die in Düsseldorf lebende Theaterpädagogin, unter deren Leitung das "Das Da"-Theater in Aachen 2014 ein theaterpädagogisches Zentrum eröffnet hatte, an der Spielplangestaltung für die nächste Saison keinen Anteil mehr haben kann - die steht schon längst -, mag sie vielleicht schade finden, aber nimmt ihr auch nicht die Vorfreude. Von den vielen mit Anna-Lena Schulte gemeinsam schon gemachten Aktivitäten weiß sie auch genau, was auf sie zukommt: viele Besuche in Kitas und Schulen, viele Gespräche mit Kindern, Jugendlichen, Erziehern und Eltern.

Die Theatervermittlung steht bei ihr ebenso an erster Stelle wie bei Schulte. Die zieht nach ihrer Zeit am RLT denn auch eine positive Bilanz: "Wir haben schon etwas bewegt, sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, und ich bin schon sehr froh, dass das alles weitergeht und nicht an meine Person gebunden ist." Schließlich durfte Tanja Meurers schon ran, als der Babybauch Schulte zuletzt daran hinderte, auf Tische und Bänke zu springen, wenn es darum ging, Spielszenen mit Kindern zu erarbeiten ...

Quelle: NGZ
 
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