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Josef Johnen
"Kaarst ist eine quirlige Stadt für Jung und Alt und soll es bleiben"

Neuss. Der Seniorenbeirat ist auf der Suche nach Alternativen für das Kino-Angebot.

Herr Johnen, wozu gibt es einen Seniorenbeirat?

Josef Johnen Der Seniorenbeirat ist kein Selbstzweck und er versteht sich auch nicht so. Er ist in Kaarst ein Gremium, das im Auftrag des Rates mit dem Ziel tätig ist, die vielfältigen Fragen und Probleme, welche durch den demografischen Wandel bereits bestehen oder noch auf uns zukommen, in den Blick zu nehmen. Seine Aufgabe ist es danach, frühzeitig Problemfelder sowie Wünsche und Anliegen der älteren Kaarster Bevölkerung aufzunehmen und mit Rat, Verwaltung und Ausschüssen nach Lösungen zu suchen und an diesen in der Umsetzung, soweit möglich, unterstützend mitzuwirken. Dies gerade auch mit Blick auf und möglichst im Zusammenwirken mit der jungen Generation.

Warum muss der Seniorenbeirat Kino oder Tanztees organisieren?

Johnen Wir sind nicht Veranstalter, sondern Initiator und Impulsgeber. Diese Angebote machen wir in Kooperation mit Institutionen, die bereits in diesen Bereichen tätig sind. Das Senioren-Kino ist eine Anregung, die uns als Beirat im Rahmen unserer Sprechstunden angetragen wurde und in engen Gesprächen mit Mitarbeitern der Verwaltung auf einen Lösungsweg gebracht schien. Kino braucht technische Infrastruktur, die nicht allerorts vorhanden, im Forum aber seit Jahren installiert ist. Das Zeitfenster am frühen Mittwoch-Nachmittag war kein ureigener Wunsch des SBR sondern ein Vorschlag der als erfahren geltenden Praktiker, die aus den Erkenntnissen der Vergangenheit heraus wohl annehmen durften, dass es zu diesem Zeitfenster keine Kollisionen geben würde. Somit wäre bisher kein realer, schulischer Nutzungsbedarf durch die Initiative des Seniorenbeirates gefährdet oder zusätzlich eingeschränkt worden.

Sie sehen sich unschuldig zwischen die Mühlsteine geraten?

Johnen Es bleibt der Eindruck, dass unser koordinierendes Mitglied und damit der Seniorenbeirat insgesamt in ein Minenfeld geschickt wurde, das aus anderem Anlass und kurze Zeit zuvor durch die Beeinträchtigungen infolge einer andere Kulturveranstaltung eröffnet worden war. Dabei ist das Vorhaben Senioren-Kino dann in ein Sperrfeuer geraten, welches die gut gemeinte und sinnige Initiative zunächst stoppt. Vertrauensbildung in der Zusammenarbeit sieht anders aus.

Wie geht es jetzt weiter?

Johnen Die aktuelle Situation wird den Seniorenbeirat nicht dazu veranlassen, seine Initiative völlig aufzugeben. Eine Suche nach alternativen Lösungen, kurz- und mittelfristig, hat bereits begonnen. Verwaltung und Seniorenbeirat haben dazu bereits Wege kommuniziert und hoffen alsbald zu einem Ergebnis zu kommen.

Sie weisen darauf hin, dass eine in absehbarer Zeit anstehende Sanierung des Schulgebäudes Probleme mit sich bringen wird...

Johnen Wenn der Baukörper der Bildungseinrichtung zur Ertüchtigung längerfristig einer Generalsanierung unterzogen werden muss, trifft dies Schule, Forum und Sportstätte insgesamt und fordert Ersatzlösungen, sollen Schule, Kultur und Sport in Kaarst nicht erheblichen Einschränkungen unterliegen.

Sehen Sie angesichts des hohen Altersdurchschnitts und der regen Senioren die Gefahr, dass Kaarst zunehmend als "Senioren-Refugium" wahrgenommen wird?

Johnen Es wäre schade und traurig, wenn nur dieser Eindruck entstehen sollte. Kaarst wurde vor vielen Jahren einmal als "Schlafstadt" verspottet. Für mich ist Kaarst eine quirlige Stadt für Jung und Alt und soll es auch bleiben. Dazu gehören gerade auch die älteren Mitbürger, haben diese doch oft das Kaarst geprägt, das wir heute alle so schätzen; insbesondere die Älteren. Uns liegt viel daran, auch zwischen den Gruppen unterschiedlichen Alters zu vermitteln. Für die jüngere Generation müssen wir für geeigneten und finanzierbaren Wohnraum sorgen, ohne dass die älteren Mitbürger sich genötigt fühlen, aus ihrer geschätzten Wohn- und Lebensumgebung oder Nachbarschaft sich zu weit entfernen zu müssen.

SUSANNE NIEMÖHLMANN FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

Quelle: NGZ
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