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Neuss
Kaleidoskop der Vogelstimmen

Neuss: Kaleidoskop der Vogelstimmen
Die Fachleiterin für Blockflöte an der Musikschule, Dagmar Wilgo, legte ihre zweite CD vor. FOTO: woi
Neuss. Auf ihrer zweiten CD spielt Dagmar Wilgo Werke von Frühbarock und Barock. Von Hansgeorg Marzinkowski

Dagmar Wilgo, die Fachleiterin für Blockflöte an der Musikschule der Stadt Neuss, hat nach ihrer ersten Solo-CD "#tweets" aus dem Jahr 2015 mit überwiegend zeitgenössischen Werken der Blockflötenliteratur jetzt eine zweite CD eingespielt. Sie spielt nun Werke von Frühbarock und Barock, die als Blütezeit des heute vor allem im Bereich der Alte Musik wieder bedeutender werdenden Instrumentes gelten können.

"Duo Tweets" heißt die neue CD, ihre Partnerin ist Natalia Spehl (Cembalo), die in der barocken Musikszene einen klangvollen Namen hat. Sie hat an der Neusser Musikschule gelegentlich "Alte Musik-Kurse" gegeben und auch schon mit der Deutschen Kammerakademie Neuss am Rhein gespielt.

Die CD eröffnen drei Sätze aus der "Sonata prima" des Bolognesers Maurizio Cazzati. Spätestens bei "Engels Nachtegaeltje" des Niederländers Jacob van Eyck zeigt Dagmar Wilgo, wohin die musikalische Reise geht: Ein wahres Kaleidoskop der Vogelstimmen zaubert sie auf edlen Sopran- und Altblockflöten aus ihrer mehr als 40 Instrumente umfassenden Sammlung. Die Nachtigall und der Kuckuck sind die beliebtesten, aber auch der Kanarienvogel, der Spatz und seltenere Arten wie der Gimpel und die Heidelerche sind musikalisch entzückend verewigt.

Ihre Partnerin Natalia Spehl passt sich diesem Programm etwa mit der "holländischen Nachtigall" vollendet an - auch wenn ihr Kuckuck bei Louis-Claude Daquins "Le Coucoú" für Cembalo solo es sehr eilig hat. Überragend ist ihr Spiel bei Rameaus "Le Rappel des Oiseaux". Aus dieser barocken Pracht ragt ein Titel aus Dagmar Wilgos erster CD heraus: im Jahr 2010 hatte der Jazzklarinettist und Komponist Lajos Dudas den "Vogeltanz-Blues" seiner Kollegin Dagmar Wilgo gewidmet. Dabei klingt das Cembalo auch im Groove eines Jazz-Waltz wirklich gut.

Aber natürlich enden die beiden Musikerinnen ihr technisch vollkommenes Spiel wieder mit einer "Sonata Cucú", die Johann Heinrich Schmelzer, bedeutender Komponist am Habsburger Hof, 1669 geschrieben hat.

Quelle: NGZ
 
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