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Neuss
Kaplan war einst Unternehmer

Neuss. Kai Amelung kam als Spätberufener zum Priesteramt und lebt in Uedesheim.

Priester wollte er schon immer werden, doch erst nach einigen Umwegen setzte Kai Amelung diesen Wunsch in die Tat um. Diese Umwege waren für ihn aber keineswegs vergebens, sondern bescherten ihm ein großes Maß an Lebenserfahrung.

So "ausgerüstet" hat der 43-Jährige, der aus einer bayerischen Unternehmerfamilie stammt und in Aschaffenburg aufwuchs, jetzt seine Stelle als Kaplan in Uedesheim angetreten. Die dortige St.-Martinus-Gemeinde gehört zur Pfarreiengemeinschaft "Neuss - Rund um die Erftmündung" unter der Leitung von Pfarrer Willi Klinkhammer.

In seiner neuen Heimat hat sich Kaplan Amelung bereits bestens eingelebt: "Das Rheinland ist mir sehr vertraut, ich habe Verwandte in Köln und Meerbusch und hatte beruflich früher oft in Düsseldorf zu tun", sagt er.

Der spätberufene Priester schloss zunächst eine kaufmännische Ausbildung bei der Bundesbahn ab, arbeitete dann einige Zeit im Familienunternehmen, einer größeren Textilfabrik, und studierte danach Betriebswirtschaftslehre. Über seine Tätigkeit im Controlling bei Mannesmann D2 kam er auch häufiger nach Düsseldorf. Doch es zog ihn zurück in seine Heimat, wo auch der langgehegte Wunsch, Priester zu werden, wieder in den Vordergrund trat. "Diakon mit Zivilberuf zu werden, hätte mit meinem Job nicht funktioniert", erzählt er. Und so entschied sich Kai Amelung, Nägel mit Köpfen zu machen: Im Spätberufenen-Seminar St. Lambert in Grafschaft-Lantershofen studierte er Theologie, Philosophie und Psychologie. 2014 erfolgte die Diakonweihe in der Neusser Marienkirche und am 12. Juni 2015 die Priesterweihe im Kölner Dom.

Der Kaplan, der gerne kocht und backt, schätzt seine neue Umgebung sehr: "Die Region ist gleichzeitig ländlich und stadtnah - eine tolle Mischung", betont er. Außerdem mag er die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen. In Uedesheim ist Amelung nun unter anderem für Schützen, Jugend und Pfarrbrief zuständig. Sein Anspruch an seine neue Position ist es, "nicht zu werten, sondern jeden Menschen so anzunehmen, wie er vor mir steht". Barmherzigkeit und Menschlichkeit seien zentrale Aspekte seines Glaubens. Dass er vorher als Manager gearbeitet hat, nütze ihm nun: "Ich erledige die nötigen Büroarbeiten sehr strukturiert und effizient".

(ce)
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