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Neuss
Kein Technologie-Park im Hammfeld

Neuss. Verwaltung hat weitere Entwicklung für Gewerbegebiet Hammfeld II geprüft. Von Christoph Kleinau

Bürgermeister Herbert Napp will das Thema Hammfeld II noch in seiner Amtszeit zu einem Abschluss bringen. Ob das gelingt und in der Ratssitzung am 25. September ein Verkauf der Flächen zwischen Höffner-Möbelhaus und Rennbahn an den Berliner Investor Kurt Krieger gelingt, ist aber offen. Die schwarz-grüne Ratsmehrheit hat in einem eigenen Arbeitskreis diese Frage auch in den Ferienwochen diskutiert - aber noch kein Ergebnis.

Etwas Entscheidungshilfe kommt jetzt von der Verwaltung, die auf Bitte der Grünen prüfen sollte, ob auf der Fläche auch ein Technologie-Park entwickelt werden könnte. Das Ergebnis ist eindeutig: "Hierfür gibt es weder einen Investor noch einen Nutzer", heißt es in einer Stellungnahme des Amtes für Wirtschaftsförderung. Die Effekte, die ein Verkauf an Höffner unmittelbar hätte, gäbe es nicht. Und das sind einige: Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Einnahmen aus der Gewerbesteuer und - zuvorderst - 15 Millionen Euro Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf.

"Wir versuchen, das Thema am 25. September in den Rat zu bekommen", sagt die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann. Der Investor Krieger will - wie berichtet - ein Sconto-Möbelhaus als "Preiswert-Möbelmarkt" neben sein Höffner-Einrichtungshaus setzen und noch einen Baumarkt errichten. Mit der Planung für die übrigen Flächen fange man dann danach an, sagt Koenemann.

Im Gespräch war unter anderem der Bau eines Landesrechenzentrums. Weil das Finanzministerium die Sache dringlich gemacht hatte, war schon im Juni versucht worden, einen Grundsatzbeschluss für einen Verkauf zu fassen, damit Neuss als Standortgemeinde weiter im Rennen bleibt. Aber diese Sache scheint deutlich abgekühlt. Koenemann: "Vom Land haben wir nichts mehr gehört."

Krieger ist bis Ende des Jahres 2018 durch einen Optionsvertrag für das Gewerbegebiet Hammfeld II an die Stadt gebunden. Vertragsinhalt ist auch ein zu zahlender Quadratmeterpreis von 150 Euro. Doch dafür, so heißt es in der Stellungnahme der Stadt, wird Krieger die Fläche wohl nicht mehr bekommen. Der endgültige Kaufpreis soll auf der Basis der Bodenrichtwertekarte festgelegt werden, die der unabhängige Gutachterausschuss ermittelt.

Gegen einen Technologie-Park als Alternative spricht aus Sicht der Verwaltung nicht nur, dass die Folgen für Arbeitsmarkt und Stadtkasse schwerer zu kalkulieren sind. Vielmehr wird angeführt, dass die Wirtschaftspolitik der Stadt schon zu Ansiedlungserfolgen von Unternehmen auch aus den technologischen Wachstumsbranchen geführt hat. "Ein Technologie-Park" würde nur neue Büroflächen schaffen - und andernorts in der Stadt den Leerstand vergrößern.

Quelle: NGZ
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