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Neuss
Keine Mehrheit für Brückensperrung über die A 57

Neuss. Es mag gute Argumente für eine Sperrung der Autobahnbrücke Morgensternsheide geben, eine Mehrheit dafür gibt es nicht. Wenn der Rat am Freitag abschließend darüber berät, ob und wie man sich verkehrlich für das von der Verwaltung befürchtete Verkehrschaos zur Ikea-Eröffnung im Oktober wappnet, wird eine Mehrheit den Bau einer Schranke ablehnen. Nur Grüne und Linke wollen geschlossen dafür stimmen, die Brücke zwei Wochen komplett zu sperren und an den sechs Wochenenden danach von Freitagnachmittag bis Samstagabend zu sperren.

Die Brückensperrung beschäftigt den Rat und seine Ausschüsse schon seit Monaten. Der oben beschriebene Kompromiss, der keine wochenlange Vollsperrung mehr vorsieht, war im Planungsausschuss schon mehrheitsfähig, doch sollte er erst der Bürgerschaft vorgestellt werden. Das ist geschehen und hat erkennbar die Politik beeinflusst. "Es macht keinen Sinn, eine Brücke zu bauen und dann zu schließen", fasst der SPD-Fraktionsvorsitzende Arno Jansen die Mehrheitsmeinung seiner Fraktion zusammen. Man solle Ruhe bewahren und die Entwicklung abwarten, sagt er. Genau das halten die Grünen für unverantwortlich. Man müsse seiner Verantwortung gerecht werden, sagt Roland Kehl, der eine zeitlich begrenzte Sperrung für zustimmungsfähig hält. Auch Ingrid Schäfer (CDU) wäre dafür - gewesen. Sie erinnert daran, dass die Brücke bei der Autobahnverbreiterung abgerissen wurde und es sie monatelang nicht gab, ohne dass ein Aufschrei die Folge gewesen wäre. Nun dürfe man sich nicht "sehenden Auges ins Chaos begeben". Das sieht die Mehrheit ihrer Fraktion anders, wie die Vorsitzende Helga Koenemann betont. "Man kann beides mit guten Gründen vertreten", sagt sie. Weil die Mehrheit gegen die Sperrung ist, ist es auch die ganze Fraktion. Mit den Koalitionspartnern von den Grünen will Koenemann noch sprechen.

(-nau)
 
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