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Mutmaßlicher IS-Helfer aus Neuss
Prozess in Wien könnte neue Hinweise zum Fall Kevin T. bringen

Kevin T.: Bringt IS-Terrorprozess neue Hinweise für Fall aus Neuss
Kevin T. (22) wurde im Januar 2017 in seiner Wohnung in Weißenberg festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. FOTO: Hogekamp
Neuss. Der mutmaßliche IS-Helfer Kevin T. aus Neuss schweigt vor Gericht. Ab Mittwoch wird Lorenz K., der sein Komplize sein soll, in Wien der Prozess gemacht. Er könnte zur Aufklärung im Fall Kevin T. beitragen. Von Simon Janssen

Der Prozess um den mutmaßlichen IS-Helfer aus Neuss, Kevin T., läuft bereits seit Anfang März. Zahlreiche Zeugen wurden bislang vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht angehört - unter anderem aus dem österreichischem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung. Nur wer bislang schweigt, ist der Angeklagte. Das bestätigte sein Wahlverteidiger Serkan Alkan auf Nachfrage unserer Redaktion.

Doch ab Mittwoch könnte neuer Schwung in das Verfahren um den 22-Jährigen kommen, dem die Generalstaatsanwaltschaft unter anderem die Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat vorwirft.

Lorenz K. sitzt in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in U-Haft. FOTO: JA

Denn am Mittwoch beginnt in Wien der Prozess seines mutmaßlichen Komplizen, Lorenz K. "Es gibt erhebliche Verbindungen zwischen beiden Verfahren", sagt Alkan. Wenn Lorenz K. Deutscher wäre, hätte man das Duo laut des Kölner Rechtsanwalts wahrscheinlich zusammen angeklagt. "Zum Teil sind auch die gleichen Zeugen geladen", sagt Alkan.

Prozess in Düsseldorf unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Laut Anklage soll Kevin T. 2016 gemeinsam mit dem Österreicher einen Selbstmordanschlag auf Soldaten in Deutschland, mutmaßlich auf die US-Militärbasis Ramstein, geplant haben. Im gleichen Jahr soll der Neusser dem heute 19 Jahre alten Wiener Unterschlupf gewährt und mit ihm testweise einen Sprengsatz in einem Neusser Park gezündet haben. In diesem Zeitraum soll es in Neuss auch zu einer Hochzeit nach islamischem Recht zwischen dem Österreicher und einer heute 17-Jährigen gekommen sein. Sie muss sich gemeinsam mit Kevin T. vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten - unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Wie Wolfgang Blaschitz, Verteidiger des Österreichers, unserer Redaktion mitteilte, haben sich Kevin T. und Lorenz K. "in einschlägigen Internet-Foren mit IS-Bezug kennengelernt". Doch nicht nur die Vorbereitung eines Terroranschlags auf die US-Militärbasis wird dem Österreicher vorgeworfen. So steht er auch im Verdacht, einen Zwölfjährigen zu einem Attentat auf einen Ludwigshafener Weihnachtsmarkt angestiftet zu haben. Zu dem Anschlag kam es nur nicht, weil die Bombe nicht detonierte.

Video: Video soll Neusser mit IS-Flagge zeigen

Blaschitz hatte noch vor einem Jahr angegeben, dass sein Mandant den Neusser in Schutz nehmen würde. Alkan betont aber: "Wenn Lorenz K. eine umfassende Einlassung abgibt, kann es Auswirkungen auf meinen Mandanten haben."

Erst vor wenigen Tagen habe er Kevin T. in der Justizvollzugsanstalt in Düsseldorf besucht. Dieser sei "ein bisschen ratlos", wie es denn jetzt weitergehen soll. Bezüglich der "Mauer-Taktik" vor Gericht widerspricht der Wahlverteidiger den beiden Pflichtverteidigern und gibt an, eine andere Taktik gewählt zu haben: "Wenn Vorwürfe im Rahmen des Verfahrens nachgewiesen werden, kriegt er keine Milderung."

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Eltern geschieden, in der Schule den Anschluss verloren, wenige soziale Kontakte - Alkan bezeichnet seinen Mandanten als "ungefährlich", er sei vielmehr ein "Mitläufer", der leicht zu lenken sei. In der salafistischen Szene habe er Anerkennung erfahren, die ihm über Jahre verwehrt geblieben sei.

Quelle: NGZ
 
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