| 00.00 Uhr

Neuss
Kinder bauen ihre eigene Stadt

Neuss: Kinder bauen ihre eigene Stadt
Wie im richtigen Leben: In der ersten KjG-Kinderstadt in Hilden wurde 2010 eine Arbeitsagentur eingerichtet - vor der die Kinder Schlange standen. FOTO: A. Tinter
Neuss. Projektwoche des KjG-Diözesanverbandes in den Herbstferien in Neuss. Von Stephan Glasmacher

Wie ist eine Stadt aufgebaut, unter welchen Voraussetzungen kann sie sich entwickeln, und wie funktioniert dort das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenleben? All das und noch vieles mehr können Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis zwölf Jahren bei der dritten "KjG-Kinderstadt" spielerisch erleben. Das von der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) für die Erzdiözese Köln veranstaltete Event findet in diesem Jahr zum ersten Mal in Neuss statt: In der ersten Herbstferien-Woche (9. bis 14. Oktober) haben bis zu 200 Teilnehmer Zeit, sich im Schulzentrum an der Weberstraße eine eigene, funktionierende Stadt aufzubauen.

Das Konzept der KjG-Kinderstadt erläutert Volker Andres aus dem Organisationsteam so: "In der Kinderstadt gibt es insgesamt 40 Betriebe. Jeden Morgen können sich die Teilnehmer am Arbeitsamt einen neuen Beruf aussuchen, wenn sie wollen." Der Lohn, der sich in der stadteigenen Währung "Tacken" bemesse, sei dabei für alle gleich, egal ob die Kinder und Jugendlichen in der Bäckerei, am Kiosk, im Arbeitsamt, in einem Restaurant oder in den Medien tätig seien oder gar einen eigenen Betrieb gründeten, erklärt er.

Über wichtige Angelegenheiten berät jeden Nachmittag der sogenannte "Rat der Kinder". "Im Rat, an dem jeder teilnimmt, wird über das Geschehene diskutiert und überlegt, ob aufgrund dessen höhere Steuern, neue Regeln oder Verstaatlichungen notwendig sind", sagt Andres, der 2010 in Hilden und 2013 Bergisch-Gladbach als Helfer in der Kinderstadt dabei war. Abschließend würden für jeden Tag zwei neue Bürgermeister und ein Stadtrat gewählt, die sich um die Verwaltung der Stadt kümmerten. Was kompliziert klingt, wird in der Praxis nach Andres Erfahrung von den Kindern schnell umgesetzt.

Die Anmeldungen für die Kinderstadt beginnen Ende April, doch Andres rät, sich wegen der Begrenzung auf 200 Teilnehmer möglichst früh auf der Internetseite der KjG-Kinderstadt zu registrieren. Teilnehmen können alle Acht- bis Zwölfjährigen, unabhängig davon, ob sie KjG-Mitglied sind oder welcher Religion sie angehören.

Die Kosten für die Woche belaufen sich auf 40, 70 oder 90 Euro - je nachdem, wie viel die Eltern zahlen können. Im Preis enthalten ist das gesamte Programm plus Verpflegung. Ob die Kinder im Schulzentrum übernachten wollen, können sie bei der Anmeldung entscheiden.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Neuss: Kinder bauen ihre eigene Stadt


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.