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Neuss
Kinderstiftung fördert die Lust am Lesen

Neuss: Kinderstiftung fördert die Lust am Lesen
Heinz Mölder, Bettina Krüger, Ulrike Mölder und Volker Meierhöfer (v.l.) bilden den Vorstand der Kinderstiftung "Lesen bildet", die im Rhein-Kreis und in Düsseldorf aktiv sein will. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Sparkassen-Vorstandsmitglied Heinz Mölder hat eine Stiftung gegründet. Vier Vereine wurden bereits unterstützt. Von Helga Bittner

"Hals über Kopf" ist die erste Ausgabe der "StiftungsNews" betitelt, die den Start der neuen Kinderstiftung "Lesen bildet" begleitet. "Hals über Kopf" kann sich aber allenfalls auf das Abenteuer beziehen, in das sich Familie Mölder gestürzt hat, nicht aber auf den Start selbst, für den gestern in der Stadtbibliothek der sinnfällige Schuss abgegeben wurde. Fast zwei Jahre Vorbereitungszeit liegen hinter dem Vorstand, an dessen Spitze (und als Gründer) mit Sparkassen-Vorstandsmitglied Heinz Mölder ein Fachmann in Sachen wasserdichter Organisation steht. Ehefrau Bettina Krüger, Tochter Ulrike Mölder und Sparkassenstiftungs-Fachmann Volker Meierhöfer komplettieren den Vorstand, der sich zudem auf 20 ehrenamtliche Unterstützer verlassen kann.

Das Grevenbroicher Grafikbüro Lockstoff design gehört dazu, es hat der Stiftung mit der grünen Leseule das Logo entworfen. Die Düsseldorfer Agentur Comm:up ebenfalls, sie kümmert sich um Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Beide arbeiten wie auch alle anderen ehrenamtlich in der Stiftung mit. Denn sie eint das Ziel, drei- bis zwölfjährige Kinder fürs Lesen zu begeistern. Die Stiftung will helfen, den Zugang zu Büchern und Zeitungen, überhaupt zu allem, was Lesekompetenz braucht, zu ermöglichen, konzentriert sich dabei auf Aktionen und Initiativen in Düsseldorf und im Rhein-Kreis.

"Wir sind eine kleine Stiftung, wir wollen die Menschen kennen, die wir unterstützen", sagt Heinz Mölder und betont zudem, dass seine Kinderstiftung "auf keinen Fall eine Konkurrenz zu anderen wie etwa LeseMentor sein will". Er selbst steckt viel Geld in die Stiftung hinein, hat sie mit Grundkapital in Höhe von 50.000 Euro ausgestattet und sichert zu, dass er künftig jedes Jahr 10.000 Euro dazugeben will, so dass 2019 das Kapital auf 100.000 Euro angewachsen sein wird. "Über die Verzinsung des Kapitals weiß ich als Sparkassen-Mitarbeiter nur zu genau Bescheid", sagt er mit bedauerndem Lächeln, umso wichtiger sei die Suche nach weiteren Zustiftern.

Schon im laufenden Jahr hat das so gut geklappt, das 6500 Euro bereits ausgeschüttet werden. Seinen ersten Auftritt in der Öffentlichkeit hat der Vorstand gleich mit der Scheckübergabe an vier Vereine verbunden. Der Förderverein der Stadtbibliothek bekommt 1000 Euro für die Ausbildung von Schülern mit Migrationshintergrund des Quirinus-Gymnasium zu zweisprachigen Vorlesern. Der Verein zur Förderung der Sprache und Mehrsprachigkeit (Sum) bekommt 2000 Euro für die Qualifizierung erwachsener Vorlesepaten für Kindergruppen. Der Düsseldorfer Verein Buntu bekommt 1500 Euro, um Bücher für drei-bis Zwölfjährige zu kaufen. Der Freundeskreis der Düsseldorfer Stadtbibliothek erhält 2000 Euro, um Lesestart-Sets für Flüchtlingskinder kaufen zu können.

Der Förderschwerpunkt Migranten- und Flüchtlingskinder habe sich in diesem Jahr fast zwangsläufig ergeben, sagt Heinz Mölder. "Und es kann auch gut sein, dass es so bleibt." Allerdings ist die Stiftung in dem Punkt offen. Grundsätzlich geht es ihr darum, Initiativen und Projekte zu fördern, die Kindern frühzeitig adäquaten Lesestoff nahebringen und damit grundsätzlich ihre Bildungschancen erhöhen.

Für Heinz Mölder ist das eine "Herzensangelegenheit", und er überzeugte davon so viele andere, dass die Stiftung bereits 80 Botschafter hat. Die Liste umfasst Politiker, Künstler wie auch den Nachbarn von nebenan. Wer kann, stellt eine Aktion in Aussicht. So will die Papierkünstlerin Anne Behrens ein Lese- und Ausmalbuch gestalten, der Kinderbuchautor Martin Baltscheit eine Lesung halten. Maler Otmar Alt schenkt ein Bild, das 2016 versteigert werden soll. Mölder betont, dass Botschafter keine zahlenden Unterstützer sein müssen. Sondern werbende - bis hin zum Einsatz an einem Infostand.

Quelle: NGZ
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