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Neuss
Kirchenmusikwoche erst im September

Neuss. Die zweijährlich stattfindende Reihe mit Konzerten und Gottesdiensten rückt in den Frühherbst.

Bislang war der Frühsommer die angestammte Zeit der Kirchenmusikwoche - auch nachdem sie seit 2012 von der Arbeitsgemeinschaft (AG) zur Förderung der Kirchenmusikwoche in Neuss als Biennale veranstaltet wird. Die dritte Auflage hingegen ist in den Frühherbst geschoben worden.

Dafür gibt es nach Auskunft der beiden Kantoren Katja Ulges-Stein (Christuskirche) und Joachim Neugart (St. Quirin), die das musikalische Programm auf die Beine stellen, gleich mehrere Gründe. Aller Anfang war die Themenidee: "Macht - Kirche - Staat?" ist die siebentägige Veranstaltung betitelt, die eben auch die Frage stellt, wie stark die Verzahnung dieser drei Begriffe für die Menschen spürbar ist. Als man über das Thema diskutierte, sagt Neugart, ging es zunächst nicht um eine weltumspannende Erfassung, sondern um das Menschliche: "Schreckliche Ereignisse wie Terroranschläge oder der Germanwings-Absturz führen dazu, dass die Menschen in die Kirche gehen, weil sie dort Trost suchen", sagt Neugart.

Das war auch am 11. September 2001 so, als die Twin Towers in New York von Terroristen zerstört wurden, tausende Menschen starben. Zum 15. Mal jährt sich der Tag des Anschlags 2016, und er fällt zudem auf einen Sonntag, so dass sich die Terminierung der Kirchenmusikwoche für Neugart und Ulges-Stein auf diesen Zeitraum anbot.

Aber es gibt auch ganz pragmatische Gründe, sagen die beiden: "Ostern ist dieses Jahr sehr früh gewesen, wegen des Shakespeare-Festivals wollten wir nicht knapp vor den Sommerferien liegen. Und so bot sich vor allem die Woche vom 7. bis 11. September an, weil die Ferien dann zu Ende sind, das Schützenfest gefeiert ist, aber die kulturelle Saison erst eine Woche später losgeht." Einen Nachteil hat der Termin aber auch: "Wir haben wenig Zeit, mit den Chören zu proben", sagt Ulges-Stein, die mit einem Konzert unter dem Motto "Friedensklänge" die Eröffnung der Kirchenmusikwoche am 4. September um 17 Uhr leitet. Den Schlusspunkt setzt eine Woche später die Romanische Nacht im Münster. Das Programm wird von "Tröstungen" bestimmt und ist den Toten vom 11. September 2001 gewidmet.

Dass Neugarts Traditionsveranstaltung ebenfalls in den September wandert, ist da nur ein logischer Schritt. Denn genauso wie der Wettbewerb für Orgel und Gesang ist auch die jährliche Romanische Nacht an die Kirchenmusikwoche angedockt. Ob es bei der vierten Auflage 2018 bei der Verschiebung bleibt, ist allerdings noch offen. "Es ist ein Versuch", sagt Ulges-Stein.

Neu ist eine Kooperation mit der NGZ. Redaktionsleiter Ludger Baten bittet den Komponisten Dieter Falk am 6. September auf das blaue NGZ-Sofa in der Christuskirche.

(hbm)
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