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Neuss
KjG-Kinderstadt wird von einem Duo "regiert"

Neuss. Wahltag in der Kinderstadt: Die 210 Kinder aus dem Erzbistum Köln, die auf Einladung der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) in dieser Woche in Neuss im Experiment erleben, wie eine Stadt funktioniert und wie man sie (mit)-gestaltet, waren aufgerufen, einen Bürgermeister zu wählen. Sie entschieden sich sogar für ein Gespann: Isabell und Phil sollen die Kinderstadt nach außen vertreten. Das wurde beim abendlichen "Rat der Kinder", einer Vollversammlung auf dem Marktplatz, als amtliches Endergebnis verkündet. Von Stephan Glasmacher

Sieben Bewerber im Alter von acht bis zwölf Jahren hatten sich um das Amt beworben. Ihr Wahlkampf und die Wahl selbst hielten die ganze Kinderstadt auf Trab. Das Fotostudio, das die Kandidatenporträts produzierte, hatte ebenso Mehreinnahmen wie die Druckerei, die die Wahlplakate druckte.

Auch auf das Einwohnermeldeamt, das für die Wahl in der Neusser Elmar-Frings-Turnhalle zuständig war, kam zusätzliche Arbeit zu. Angestellter Paul erklärte den Wahlvorgang: "Die Kinder müssen uns ihren Ausweis vorzeigen, der dann von uns abgestempelt wird. Danach bekommen sie einen Wahlzettel und können in einer der aufgebauten Wahlkabinen wählen." Durch den Stempel sei es ausgeschlossen, dass ein Kind zweimal wähle, sagte der Zwölfjährige aus Reuschenberg.

Währenddessen wurde auf dem Marktplatz, zwischen Wahlplakaten wie "Ich möchte, dass sich alle Kinder wohlfühlen und Spaß in der Kinderstadt haben!", darüber diskutiert, was gute Bürgermeister auszeichnet. "Sie sollten nicht zu streng sein und nicht alles alleine entscheiden", erläuterte Mira ihre Vorstellungen. "Außerdem müssen sie auf das achten, was die Bürger verlangen." Der Wahlkampf war hart, das amtliche Endergebnis fiel am Ende denkbar knapp aus.

Einer der ersten Gratulanten war Bürgermeister-Kollege Reiner Breuer, der auch Schirmherr der Aktion Kinderstadt in Neuss ist. Er überreichte den frisch gewählten Bürgermeistern als Zeichen ihrer neuen Würde eine Quirinus-Glocke.

Im Gespräch zeigte sich Breuer erfreut über seine Eindrücke aus der Kinderstadt. "Es ist toll, dass die Kinder hier lernen, ihre Stadt selbst zu gestalten und dabei viel Spaß haben", erläuterte Breuer. Seine neuen Amtskollegen waren überglücklich über den Wahlausgang. "Ich war so happy", sagte Isabell (9). Phil, der vor der Wahl in Gesprächen mit vielen Kindern für sich geworben hatte, ergänzte: "Ich war mir nicht sicher, ob ich gewinne."

Was auf die beiden zukommt, ließ sich am Wahlabend nur erahnen. Viele wollten gratulieren, und die Medien der Kinderstadt formulierten etliche Interviewwünsche. Bürgermeister sind in ihrer Stadt eben immer sehr begehrt.

Quelle: NGZ
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