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Neuss
Klinik auf Weg zum Lungenkrebszentrum

Neuss: Klinik auf Weg zum Lungenkrebszentrum
Wenn die Lunge Probleme macht: Experten beantworten am Donnerstag Fragen am NGZ-Telefon. FOTO: N. Mülleneisen
Neuss. Experten aus dem Johanna-Etienne-Krankenhaus beantworten am Donnerstag Fragen zu Lungenerkrankungen. Vorträge und noch mehr Infos zum Thema werden am Samstag anlässlich des Deutschen Lungentages vermittelt. Von Bärbel Broer

Sie ist eines unserer leistungsstärksten Organe: die Lunge. Wer gesund ist, atmet automatisch - ohne darüber nachdenken zu müssen, welche komplexen Prozesse in unserem Körper dabei ablaufen. Doch Lungenkrankheiten sind weltweit die zweithäufigste Todesursache. Die Krankheitsbilder können beispielsweise akute oder chronische Bronchitis, Asthma, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD, Lungenhochdruck bis hin zum Lungen- oder Bronchialkrebs sein. Das gesamte Spektrum der Lungenerkrankungen, die stationär behandelt werden müssen, wird im neuen Lungenzentrum des Johanna-Etienne-Krankenhauses behandelt.

Seit August 2017 ist das Team komplett. Nachdem bereits der Thoraxchirurg Dr. Peter Krieg im Januar 2016 ans JEK wechselte, folgte im Februar dieses Jahres Sebastian Böing als Sektionsleiter Pneumologie. Er ist Internist und Pneumologe, zudem spezialisiert auf Schlafmedizin und Allergologie. Seit 1. Juli komplettiert Dr. Stephan Holt, Kardiologe und Pneumologe, das Team. Ab 1. Oktober wird zudem ein Physiotherapeut, der auf Atemtherapie spezialisiert ist, in der Klinik fest angestellt.

"Mit unserer Aufstellung wollen wir uns deutlich von bisherigen Versorgern abgrenzen", erklärt Böing. "Denn wir können alles interdisziplinär anbieten: Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie." Hinzukomme, so der 44-jährige Holt: "Im Gegensatz zu großen Einrichtungen können wir - da wir relativ klein sind - sehr flexibel sein."

Böing bietet zudem gemeinsam mit dem Onkologen Lars Galonska einen Schwerpunkt in der Naturheilkunde an. "Dieser komplementärmedizinische Zweig wird vielfach von Patienten gewünscht, kommt aber in der Schulmedizin oft zu kurz." Über eine Vielzahl von Behandlungsmethoden wie die Misteltherapie bei Lungenkarzinomen oder unterstützende Therapien gegen Nebenwirkungen wie Fatigue, Übelkeit oder Schleimhautentzündungen durch Chemotherapien können die Ärzte ihre Patienten beraten, so Böing.

Das JEK hat sich klare Ziele gesetzt: In fünf Jahren möchte das Neusser Krankenhaus zertifiziertes Lungenkrebszentrum werden. "Dafür sind mindestens 75 sogenannte lungen-resizierende Eingriffe bei Lungenkrebs erforderlich", erklärt der 41-Jährige. Nur ein Bruchteil der Tumorerkrankten sei aber operativ behandelbar. "Daher muss man mindestens 300 bis 400 Patienten versorgen, um auf diese Zahl zu kommen", so Böing. Dabei hat das JEK im Bereich der großen Lungenkrebs-Operationen noch 2015 gar keine Eingriffe durchgeführt. Bereits vergangenes Jahr waren es aber schon etwa 30 Operationen, und in diesem Jahr kommt das Team voraussichtlich auf 50 bis 60 Eingriffe.

Anlässlich des 20. Deutschen Lungentages stellt sich das Team am Samstag, 16. September, in der Zeit von 10 bis 13 Uhr der Öffentlichkeit vor. Vorträge zu Themen wie "Unklare Luftnot" oder "Neues zu Immuntherapien und Methadon" gibt es ebenso wie Atemgymnastik und kostenlose Tests und Messungen. Wer Fragen hat, kann diese aber auch am Donnerstag an die Ärzte richten, die dann am NGZ-Expertentelefon erreichbar sind.

Quelle: NGZ
 
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