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Neuss
Köchin zwischen den Kulturen

Neuss: Köchin zwischen den Kulturen
Ikhlas Schumacher (42) hat Rezepte zusammengestellt, die sich einfach nachkochen lassen. FOTO: Lothar Berns
Neuss. Die Neusserin und Deutsch-Palästinenserin Ikhlas Schumacher hat ein Kochbuch mit arabischen Gerichten verfasst. Von Julia Rommelfanger

Hummus, Taboulé oder Falafel kennen mittlerweile viele; mit Makloubeh - was übersetzt "umgestülpt" bedeutet, können wohl die wenigsten etwas anfangen. "Dieses leckere arabische Reisgericht mit Auberginen und Blumenkohl, das meine Söhne besonders lieben, kann man ganz einfach selbst zaubern", behauptet Ikhlas Schumacher. Die 42-Jährige Deutsch-Palästinenserin hat das Kochbuch "Arabesk" mit typisch arabischen Rezepten veröffentlicht. "Die Gerichte sind für jeden einfach nachzukochen. Ich habe darauf geachtet, dass alle Zutaten und Gewürze in Neusser Läden erhältlich sind", sagt die Buchautorin über ihr Erstlingswerk.

Aufgewachsen ist Ikhlas Schumacher in Bethlehem, kam mit 19 Jahren als Stipendiatin nach Mannheim und hat am Goethe-Institut Deutsch gelernt. Mit ihrem Mann Patrick, den sie am Goethe-Institut kennen gelernt hatte, und ihren beiden Söhnen Elias (12) und Daniel (11) lebt sie seit neun Jahren in der Pomona.

"Als Karrierefrau mit Uni-Abschluss galt ich früher unter Hausfrauen arabischer Herkunft als miserable Köchin", gibt die Linguistin, die freiberuflich als Dozentin, Journalistin und Moderatorin arbeitet, zu. "Ich hatte immer wenig Zeit, um aufwändig zu kochen, habe es aber immer gerne getan - arabisch genau wie italienisch auch deutsch. Inzwischen habe ich viel von meiner Mutter und anderen Familienmitgliedern gelernt."

Die Idee zu ihrem Kochbuch hatte sie vor zwei Jahren: "Mein einer Sohn hat mich dazu inspiriert; er wollte selbst kochen lernen und bat mich, ihm meine Rezepte aufzuschreiben." So verfasste Ihklas Schumacher Zutatenlisten, Anleitungen zum Kochen und Servieren sowie Tipps zur Zubereitung.

Entstanden ist eine Sammlung bebilderter Rezepte aus Schumachers Heimat, der Levante. Die Autorin stellt neun Vorspeisen, 21 Hauptgerichte und elf Desserts vor, und informiert zudem über Essgewohnheiten in arabischen Ländern, orientalische Zutaten und die Zubereitung der Gewürzmischung Bharat, die in vielen Gerichten verwendet wird.

"Ich kaufe meine Zutaten, zum Beispiel Kichererbsen, Bulgur oder Orangenblütenwasser, in türkischen Geschäften, aber auch in Supermärkten der Innenstadt, beim Gewürzhändler und auf dem Markt", verrät Schumacher. "Dienstags hat der portugiesische Lebensmittelladen nahe meinem Viertel frischen Fisch - also gibt es bei uns dienstags meist ein Fischgericht."

Ihr erstes Buch hat sie selbst verlegt, über die Internetseite "createspace" des Online-Versandhandels Amazon. Das Kochbuch ist aber auch in den Buchläden der Innenstadt zu haben. "Als Deutsch-Palästinenserin bin ich in beiden Welten zuhause und möchte die Esskultur der Deutschen mit diesem Buch bereichern. Viele, die einmal in einem arabischen Land waren, vermissen die orientalischen Gerüche." Die Deutschen, sagt sie, lieben exotisches Essen - im Gegensatz zu Syrern, Irakern oder Jordanier, die eher traditionell arabisch kochen. Aber auch das wandle sich. "Wenn ich auf Facebook einen deutschen Kuchen zeige, wollen viele das Rezept haben", sagt Schumacher.

Quelle: NGZ
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