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Neuss
Kölner RFH kauft die Hochschule Neuss

Neuss: Kölner RFH kauft die Hochschule Neuss
Der Eingang der Hochschule Neuss für internationale Wirtschaft am Neusser Marktplatz. Wenn heute die Verträge unterschrieben werden, wird dort bald das Logo der RFH zu sehen sein. FOTO: Woi, Montage: Kirschstein
Neuss. Insolvenzverwalter Michael Bremen informiert Freitag Studenten, Mitarbeiter und Dozenten der Hochschule über den Investorenprozess: Käufer ist nach eigenen Angaben die Rheinische Fachhochschule in Köln. Von Andreas Gruhn

Der Verkauf der Hochschule Neuss geht heute über die Bühne. Käufer der insolventen Hochschule ist nach eigenen Angaben die Rheinische Fachhochschule (RFH) in Köln. "Wir werden am Freitagmorgen die Verträge unterschreiben", bestätigte Stefan Jung, Leiter Hochschulentwicklung der RFH, gestern Abend unserer Zeitung. Zuvor hatte die Rheinische Stiftung für Bildung, Wissenschaft und berufliche Integration als Aufsichtsgremium und Träger dem Kauf zugestimmt. Heute morgen wird RFH-Geschäftsführer Professor Martin Wortmann gemeinsam mit Jung und einem weiteren Vertreter der RFH-Spitze nach Neuss reisen und die Kaufverträge unterzeichnen. Insolvenzverwalter Michael Bremen war am Abend nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Bis zuletzt war noch von einem zweiten möglichen Käufer die Rede gewesen.

Insolvenzverwalter Bremen hatte gestern eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung an Studenten, Mitarbeiter und Dozenten der Hochschule Neuss verschickt. Heute wolle er die "neuesten Informationen zum Investorenprozess und die Fortführung der Hochschule Neuss mitteilen", heißt es darin. Die RFH wolle an dieser Versammlung als Käufer ebenfalls teilnehmen, hieß es gestern in Köln.

FOTO: Kirschstein, Frank

Am Dienstag hatte das Amtsgericht Düsseldorf, knapp drei Monate nachdem Geschäftsführer Mark Oliver Müller den Insolvenzantrag gestellt hatte, das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet und damit dem Insolvenzverwalter Bremen freie Hand für die Abwicklung des Deals gegeben. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatte er in dieser Woche von einem "Durchbruch in wenigen Tagen" gesprochen. Der Studienbetrieb am Standort Neuss soll fortgeführt werden - das war wesentliche Kaufbedingung. Die Studenten konnten trotz des Insolvenzverfahrens ihre Ausbildung fortsetzen, weil die Sparkasse Neuss als Bürge für eine eigentlich zur Zahlung verpflichteten Garantiegeberin eingesprungen war.

Stefan Jung von der RFH erklärte gestern das Interesse der Kölner Hochschule an der Neusser Einrichtung: "Wir haben großes Interesse am Konstrukt mit den dualen Studiengängen. Da hat die Hochschule Neuss entsprechende Vorarbeit geleistet." Die RFH bietet Studiengänge in den Bereichen Ingenieurwesen (zum Beispiel Elektrotechnik, Maschinenbau), Medien, Medizinökonomie und Gesundheit sowie Wirtschaft und Recht an. An dem erst im Jahr 2009 von Professor Otto Jockel gegründeten Neusser Institut liegt der Schwerpunkt auf Logistik, Marketing, Industrie- und Handelsmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik. Zum Wintersemester 2015/16 sollten eigentlich die ersten Masterstudiengänge starten. Dies stand auf der Kippe, weil seit Anfang April die staatliche Zulassung des Landes Nordrhein-Westfalen fehlte. Die bringt die RFH aber nun mit. Etwa 300 Studenten lernen derzeit in Neuss. Die RFH ist ungleich größer: Etwa 5300 Akademiker studieren an den vier Campussen verteilt auf das Kölner Stadtgebiet, an den Standorten in Wermelskirchen und Schleiden und in den Außenstellen Bergheim und Geilenkirchen. In diese Liste dürfte sich nun auch der Standort Neuss einreihen, wenn am Morgen die Kaufverträge unterschrieben werden.

Quelle: NGZ
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