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Neuss
Konzert für Liebhaber französischer Klangsprache

Neuss. Das Ensemble Oxalys beleuchtete beim Zeughauskonzert eine besondere Seite impressionistischer Kompositionen. Von Christian Oscar Gaszi Laki

Die betörende (Duft)-Note französischer Musik des fin de siecle mag einem schon recht begeistern. Nicht eindimensional, nicht immer einfach fassbar, aber fast immer mit einem sanften Hauch verspielten Esprits umweben einen die Werke Debussys, Ravels, oder auch Duparcs, um nur einige Namen vorab zu nennen, die bei dem jüngsten Zeughauskonzert den Abend wahrlich französisch verzauberten.

Das aus Brüssel stammende Ensemble Oxalys, bestehend aus Flöten, Oboe, Klarinetten, Harfe, einem Streichquintett - ergänzt durch Jean-Claude Vanden Eynden am Klavier und Dirk Luijmes am Harmonium - beleuchtete eine ganz exquisite Seite impressionistischer Kompositionen. Wunderbar zu sehen, wie die Musiker aufeinander hören, immer wieder zueinander blicken, sichtlich freudig die Feinheiten der Musik genießen, hören, mit wieviel Leidenschaft und Präzision im harmonischem Einklang sie musizierend Bögen formen, feinste Ziselierungen herausarbeiten, auch mal sich von einer ausgesprochen lyrischen Seite zeigen. Zwischen Kammermusik und orchestraler Breite, teils mit Arrangements großer Orchesterwerke wie Debussys "Prélude à l'après-midi d'un faune", teils mit Pretiosen, wie Enest Chaussons "Chanson perpetuelle", oder Honeggers "Rhapsodie" für zwei Flöten, Klarinette und Klavier zeigten sie ihre Bandbreite.

Neben der Harfinistin Annie Lavoisier, die mit einer faszinierend inspirierten und technisch überragenden Interpretation von Ravels "Introduction et Allegro" (begleitet durch Flöte, Klarinette und Streichquartett) begeisterte, war auch Mezzo-Sopran Christianne Stotijn Solistin des Abends. Denn einen bemerkenswerten Schwerpunkt bildeten Werke für verschiedene Ensembles und Gesang. Eine besondere Kombination, die ihren eigenen Reiz hat und einen typischen ästhetischen Klang heraufbeschwört. So Ravels "Trois Poèmes de Stéphane Mallarmé" oder Maurice Delages "Quatre Poemes hindous", die von allen Interpreten besondere spiel- und singtechnische Hingabe forderte. Stotijn entführte das Publikum in indisch anmutende, melismatische Extravaganzen, in sanft geführte Bögen. Ihre Stimme ist nicht besonders groß, verfügt aber über ein überaus interessantes Timbre.

Bei dem finalen Werk des Konzertes - Henri Duparcs "Invitation au voyage, Phidylé, Le manoir de Rosemonde" - hingegen sang sie aus und bewies auch Volumen. Vielmehr als das muss ihre interpretatorische Raffinesse hervorgehoben werden, die sie mit den Instrumentalisten teilt. Das Konzert dürfte gewiss für alle Liebhaber französischer Klangsprache ein unvergesslicher Abend bleiben. Dankbar applaudierte das Publikum nach einer launigen Zugabe.

Quelle: NGZ
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