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Neuss
Kramen auf dem Jakobusmarkt

Neuss: Kramen auf dem Jakobusmarkt
Marcus Lebecks Torten sind nicht echt, sondern aus Silikon. An ihnen demonstriert er die verschiedenen Spritzbeutel-Aufsätze. FOTO: L. Berns
Neuss. Einmal im Jahr lockt der Jakobusmarkt in Neuss Tausende Besucher zum Stöbern an. Auch wir haben ihn besucht. Von Nicole Scharfetter

Ganz gezielt ist Heike Hurtmanns zum Jakobusmarkt gekommen, auf der Suche nach einem großen Stück Schaumstoff. Ein neues Bettchen soll daraus für Labrador-Hündin Paula entstehen. "Selbstgemacht ist günstiger als gekauft", sagt Hurtmanns. Und schöner allemal. Schaumstoff sei in Neuss nicht ganz so einfach zu bekommen, außerdem stehen noch Gewürze auf ihrem Einkaufszettel. Gleich gegenüber am Tischdecken-Stand lässt sich Rukiye Yildiz beraten und lernt gleich noch den preislichen Unterschied zwischen einem laufenden und einem normalen Meter kennen. In ihrem Einkaufskorb liegen bereits Messer, "drei für zwölf Euro", sagt sie. Im Fachhandel hätte sie für eines zehn Euro bezahlt.

Rappelvoll ist die Neusser Innenstadt am Montag gewesen - mit Schnäppchenjägern wie Rukiye Yildiz oder Bummlern wie Brigitte Guttenbach, die sich einfach hat treiben lassen; ihren großen Ziehwagen zur Sicherheit im Schlepptau. "Ich finde hier immer was", sagt sie. Nachthemden, T-Shirts und leichte Sommerhosen sollten es dann werden nach dem Stöbern.

Der Jakobusmarkt ist kein Markt wie jeder andere, der mittwochs oder samstags oder wann auch immer aufgebaut wird. Es sind vor allem jene Angebote, die es nicht überall gibt, die in Endlosschleife nachts auf einem Dauerwerbesender weit hinten im Programm angepriesen werden. So wie der Fensterputzer oder der Gemüse-Zwirbler - sie machen den Jakobusmarkt zum echten Krammarkt. Besonders ist auch der Stand von Marcus Lebeck. Er selbst würde sich nicht als Beschicker bezeichnen. "Ich bin ein Werbeverkäufer", sagt der Kölner, der durch ganz Deutschland reist, von Markt zu Markt.

In diesem Jahr ist Marcus Lebeck unterwegs mit seinen Spritzbeuteln und Aufsätzen - mal mehr, mal weniger erfolgreich. "Die Großstädter backen weniger als die Landbevölkerung", sagt er. Und die Jahreszeit sei nicht so gut. Mehr verspricht er sich vom Martinimarkt im Herbst, wenn es so langsam auf Weihnachten zugeht.

Quelle: NGZ
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