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Neuss
Kreis soll Karrenberg-Schule im Februar übernehmen

Neuss. Die Stadt will sich von ihrer letzten Förderschule trennen. Im Finanzausschuss wird morgen Abend in nicht-öffentlicher Sitzung über ein Ausstiegszenario samt Zeitplan gesprochen. Billigt der Rat in seiner Dezember-Sitzung das Vorhaben, wäre die Herbert-Karrenberg-Schule an der Neusser Weyhe ab dem 1. Februar 2018 und damit zum zweiten Schulhalbjahr eine Schule des Rhein-Kreises.

Die SPD hatte sich schon im Vorjahr positioniert und die Übertragung sogar zum Antrag an den Rat erhoben. Doch zumindest die CDU ist noch nicht überzeugt. Fiskalisch möge das Sinn machen, gibt Stephanie Wellens als schulpolitische Sprecherin zu. "Doch vielleicht steht es einer Stadt gut zu Gesicht, eine Schule in Eigenregie zu behalten", gibt sie zu bedenken.

Stadt und Kreis indes verhandeln schon. Ein vom Gebäudemanagement beauftragtes Wertgutachten sowie weitere Kostenaufstellungen und technische Unterlagen wurden dem möglichen neuen Betreiber schon übergeben. Bewertung und Stellungnahme durch den Kreis stehen aber noch aus. Daher werden noch zwei Optionen verhandelt: Verkauf von Grundstück, Klassentrakt, Turnhalle und Hausmeisterhaus - oder Vermietung.

Für die Schüler, Eltern und Lehrer würde eine Übertragung keine Auswirkungen bedeuten, sagt Schuldezernentin Christiane Zangs überzeugt. Die Stadt aber würde es finanziell entlasten, nicht mehr für den Schulbetrieb geradestehen zu müssen. Zudem wäre die Verwaltung einfacher - von der Verteilung der Schüler bis hin zur Organisation der Schülerspezialverkehre, die getrennt ausgeschrieben werden.

Die Karrenberg-Schule als Förderschule Lernen war vor zwei Jahren mit der Schule am Wildpark verschmolzen worden. Grund war damals die Vorgabe der Landesregierung, dass eine Förderschule die Zahl von 144 Schülern nicht unterschreiten darf. Das konnte keine der beiden Einrichtungen alleine sicherstellen. Die Zusammenlegung zog Investitionen in einer Größenordnung von 3,3 Millionen Euro nach. Auch deshalb sähe Wellens die Schule, die kreiswert als modernste und größte gilt, gerne weiter unter städtischer Regie.

(-nau)
 
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