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Neuss
Künstler entwickeln Konzepte für die Raketenstation

Neuss. Mit einer Werkschau ging auf der Raketenstation die dritte Auflage des Projekts "Hombroich: Summer Fellows" zu Ende. Von Dagmar Fischbach

Linda Pense ist beeindruckt. "Faszinierend zu sehen, in wie das an einem Ort Erlebte und Erfahrene in unterschiedlichen Ausdrucksformen künstlerisch umgesetzt wird", sagt sie. Zwei Wochen hat die Künstlerin aus Leipzig auf der Raketenstation Hombroich verbracht. Ihre Eindrücke verarbeitete sie in großen schwarz-weißen Aquarellen. Sie war Teilnehmerin des Projektes "Summer Fellows", das am Samstag mit einer öffentlichen Werkschau zu Ende ging.

Seit drei Jahren gibt es die "Summer Fellows", bei denen internationale Künstler von der Stiftung Insel Hombroich eingeladen sind, 14 Tage lang das Gelände künstlerisch zu vereinnahmen. Untergebracht sind alle 20 Künstler im Gästehaus Kloster. "Dadurch findet man schnell zusammen, tauscht sich aus und entwickelt gemeinsame Ideen", erzählt Edita Karkoschka. Die Niederländerin ist Teil des Duos "Koschka & Heimprofi". Mit ihrer Partnerin Krista Burger entwickelt sie Soundkonzepte. In den beiden Wochen auf der Raketenstation haben die beiden mit dem Leipziger Künstler Torsten Blume eine Bewegungsinstallation erarbeitet.

"Jeder hat auf seine Weise die Besonderheiten des Ortes aufgenommen", erklärt Ursula Achternkamp. Die bildende Künstlerin aus Sachsen-Anhalt ist Kuratorin der diesjährigen "Summer Fellows". Sie hat die Sommergäste ausgewählt und die Veranstaltung unter das Motto 'Review - Preview' gestellt. "Eine Einladung aus Vergangenheit und Gegenwart der Raketenstation Visionen für die Zukunft zu entwerfen", erklärt sie.

So ist etwa bei den gemeinsamen Stunden im Gästehaus 'Kloster' die Idee entstanden, das Gebäude mit einem kleinen Teich und Sitzplatz unter einem Sonnensegel zu ergänzen. Eingepflockte rote Fäden markieren die künstlerische Anregung auf der Wiese vor dem Gebäude.

Die beiden Architektinnen Tina Wintersteiger aus Österreich und Chloé Zimmermann aus Frankreich haben sich intensiv mit der Geschichte des einstigen Nato-Stützpunktes beschäftigt. In zwei Foldern zeigen die beiden Frauen, wie sie Gestern und Heute verknüpfen würden. Dazu gehören etwa die Öffnung der Bunkeranklagen und die Einbindung sowohl des Feuerleitstandes als auch der Soldaten-Unterkünfte in ein künstlerisches Gesamtkonzept.

Als Standort für einen Geigerzähler sieht der US-amerikanische Architekt und Designer Azby Brown die Raketenstation. In seiner Wahlheimat Japan hat er nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Eigenbau Geigerzähler entwickelt, die jeder bei sich tragen oder zu Hause betreiben kann. So entsteht ein dichtes Sensorennetz, von dem Hombroich ein Teil sein könnte.

"Vielleicht wird die eine oder andere Anregung tatsächlich umgesetzt", sagt Ursula Achternkamp.

Quelle: NGZ
 
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