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Neuss
Kulturdezernent Napp will sich um Schenkung kümmern

Neuss. Als neuer und selbst ernannter Kulturdezernent der Stadt will sich Bürgermeister Herbert Napp in den drei Wochen bis zu seinem Dienstzeitende ausschließlich einem Projekt zuwenden: Der Jugendstilsammlung, die der Stadt angeboten wurde, und die Vorbereitung des Clemens-Sels-Museums für diese Schenkung. Denn der in nicht-öffentlicher Sitzung gefasste Ratsbeschluss, über den am Montag die Kulturdezernentin Christian Zangs zu Fall gekommen ist, ist unvollständig geblieben und in der vorliegenden Form so nicht umzusetzen. "Das will alles abgearbeitet sein", sagte Napp und fügte angesichts der juristischen Materie hinzu: "Da mache ich es lieber selbst."

Das Problem: Der Rat hat zwar den Betrag, den er für Planungszwecke bewilligt, deutlich erhöht, allerdings offen gelassen, wofür das Geld genau eingesetzt werden soll. "Keiner weiß, wofür der erhöht wurde", sagte Hartmut Rohmer und schob nach: "Man hätte auch den Planungszweck erweitern müssen." Zumindest in diesem Punkt ist der kulturpolitische Sprecher der SPD einer Meinung mit Bürgermeister Napp. Dass das unterblieb, muss mit der unübersichtlichen Beratung zu tun haben, für die Rohmer nur einen Begriff kennt: "Absurdistan."

Napp hatte das Kulturressort übernommen, weil seiner Überzeugung nach die Beigeordnete Zangs an ihm vorbei Verwaltungswissen an Stadtverordnete weitergegeben hat. Helga Koenemann (CDU) und Michael Klinkicht (Grüne) können das nicht bestätigen Seit 2002 gäbe es die Diskussion über einen Museums-Anbau, seitdem seien auch die Kosten für die unterschiedlichen Planungen bekannt, sagen sie. Sie erwarten vom neuen Bürgermeister Reiner Breuer, dass er Zangs "umgehend wieder das Kultur-Ressort zuteilt".

(-nau)
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