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Neuss
Kulturpolitik hofft auf Ja zur Jugendstil-Kunst

Neuss. Bis zur Ratssitzung am 18. Dezember sollen die Bedingungen für die private Sammlung geklärt sein.

Das wichtigste Kriterium für eine Entscheidung der Kulturpolitiker zu einer Erweiterung des Clemens-Sels-Museum fehlte dem Ausschuss in seiner gestrigen Sitzung: der finanzielle Rahmen. Aber nach dem fachlichen Vortrag von Museumsdirektorin Uta Husmeier-Schirlitz an Bildbeispielen einiger Exponate aus der Jugendstil-Sammlung, die ein Kunstexperte mit familiären Wurzeln in Neuss der Stadt schenken will, blieben keine Zweifel: Alle wünschen sich, dass die Schenkung angenommen und der Kostenrahmen für den dafür nötigen Anbau getragen werden kann.

Derzeit arbeitet der Kölner Architekt Gernot Schulz jedoch noch an drei Modellen für eine Museumserweiterung, deren Kosten die Kulturverwaltung bis zum Finanzausschuss am 3. Dezember ermitteln will. Die endgültige Entscheidung, so das Votum des Ausschusses, soll dann in der Ratssitzung am 18. Dezember fallen. "Bis dahin müssen wir sicher alle noch Überzeugungsarbeit in unseren Fraktionen leisten", meinte Grünen-Politikerin Hedwig Claes, "aber das machen wir sehr gerne, denn so eine Chance kommt für Neuss nie wieder."

Kulturdezernentin Christiane Zangs und Museumschefin Husmeier-Schirlitz lieferte ihnen dafür Argumente. Zum Beispiel mit Hinweis auf die passgenaue Ergänzung und Erweiterung des bestehenden Sammlungsprofils, aber auch mit konkreten Zahlen: Zwischen 75.000 und 80.000 Besucher jährlich können erwartet werden, meinte Zangs, "dreimal so viel wie heute." Neuss werde mit dieser Sammlung zu einem der weltweit großen Zentren für Symbolismus und Jugendstil. Und Zangs ergänzte zudem, dass zu der Schenkung auch die bereits hochprofessionelle Inventarisierung, Katalogisierung sowie eine komplette Fotodokumentation und eine große Fachbibliothek gehören: "Alles Dinge, die ein beschenktes Museum sonst noch leisten muss. So aber kann direkt mit der Arbeit angefangen, können Ausstellungen konzipiert werden."

Martin Flecken von der CDU brachte die Stimmung auf den Punkt: "Die Sammlung könnte nirgendwo eine so gute Heimat bekommen wie in Neuss."

(hbm)
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