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Neuss
Kulturstammtisch feiert Premiere

Neuss. Institutsleiter suchten das Gespräch mit Bürgern im Theatercafé Diva. Von Elena Burbach

Mitten in der Themenwoche der Neusser Kulturinstitute "Gegen den Strom" fand nun der erste Kulturstammtisch im Theatercafé Diva statt. Was vor allem als Austausch zwischen Bürgern und Institutsleitern gedacht war, verlief im ersten Anlauf eher holprig. Zwar war das Theatercafé gut gefüllt, dafür sorgten aber weniger interessierte Bürger, als vielmehr die Kulturschaffenden selbst.

Dabei stand eine ganze Reihe gesprächsoffener Institutsleiter zur Verfügung, um sich Anregungen, Kritik oder Feedback zu stellen. Unter anderem waren der künstlerische Leiter der Alten Post, Klaus Richter, Kulturamtsleiter Harald Müller, Kulturreferent Rainer Wiertz, Musikschulleiter Holger Müller und Volkshochschulleiter Gerhard Heide anwesend. Der Gedanke hinter dem Kulturstammtisch, der auf die Initiative von Bürgermeister Reiner Breuer zurückgeht, erklärt Kulturdezernentin Christiane Zangs so: "Die Institutsleiter verstehen sich als Dienstleister." Der Austausch mit dem Publikum sollte dies hervorstellen. Stattdessen wurde die Möglichkeit von den Leitern genutzt, in entspannter Atmosphäre bekannte Themen wieder auf die Agenda zu setzen und neue Kontakte zu schließen. So bot sich zum Beispiel für Robert Jordan, neuer Vorsitzender des Neusser Künstlerkreises, die Möglichkeit, vorzufühlen, "was sich in der Neusser Kultur bewegt." Immerhin stehen unter dem neuen Vorstand einige Entscheidungen für die Zukunft an. Die Idee zum Kulturstammtisch gefällt Jordan, aber "vielleicht wäre eine Moderation gut", sagt er.

Etwas enttäuscht waren auch die Vertreter des Fördervereins des RLT. "Wir haben uns das anders vorgestellt", sagt Helga Peppekus. Immerhin hatten die Vorsitzenden ein ganz besonderes Anliegen. Für sozial schwache Bürger schwebt ihnen die Idee einer Sozialcard für Neusser Kulturinstitute vor, die vergünstigte oder freie Eintritte ermöglicht. Eine Idee, die Zangs nun genauer prüfen will. "Wir sind schließlich für alle da und keine elitäre Vereinigung", sagt sie. Ob eine Sozialcard jedoch der richtige Ansatz ist, bezweifelt sie: "Die Leute könnten sich stigmatisiert fühlen." Für künftige Kulturstammtische sieht sie ebenfalls die Notwendigkeit einer Struktur. Dann könne sie sich vorstellen, die Veranstaltung jährlich oder sogar halbjährlich auszurichten. Vielleicht eine Gelegenheit, Ideen wie die Sozialcard direkt mit den Bürgern zu diskutieren.

Quelle: NGZ
 
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