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Neuss
"Kunst aus Neuss" - so viel wie noch nie

Neuss: "Kunst aus Neuss" - so viel wie noch nie
Einen Blickfang bietet der Ausstellungsrundgang gleich zu Beginn: Axel Naß ist ein Künstler und vor allem auch ein Sammler. Seine Fundstücke setzt er zu Installationen zusammen. So auch bei seinem Werk "Die Rettung", das er in diesem Jahr entworfen hat. Im Hintergrund gibt Marc Andrä einen Einblick in sein "Daheim". FOTO: woi
Neuss. Die Jahresausstellung in der Alten Post findet zum 70. Mal statt. Eingeladen wurden 47 Künstler, die zusammen rund 300 Einzelstücke zeigen. Darunter sind Skulpturen, abstrakte und gegenständliche Malerei und rund 100 Editionen. Von Natalie Urbig

Ein großer Schneeball empfängt die Besucher in der Alten Post. Die weiße Kugel, die dort im Foyer auf alten Skiern thront, lässt unweigerlich an das frostige Element denken - ein richtiger Schneeball ist es natürlich nicht. Für den Kurator Klaus Richter ist die Installation von Axel Naß zu einer Keimzelle geworden. Sie war der Ausgangspunkt, von dem er die Ausstellungsfläche plante. Rund um die Plastik setzte er winterliche Akzente. So ist dort auch das "weiße Labyrinth" von der finnischen Künstlerin Annu Koistinen zu sehen.

Klaus Richter, der auch der stellvertretende Institutsleiter des Kulturforums ist, trifft derzeit mit Bianca Quasebarth, die ihn auch schon bei dem Kunstprojekt "Triangel" unterstützt hat, die letzten Vorbereitungen. Denn am Sonntag, 10. Dezember, ist die Vernissage der 70. Jahresausstellung - eine runde Zahl, die aber nicht mit einem "70-jährigem Bestehen" zu verwechseln sei. Darauf weist Hans Ennen-Köffers, Leiter des Kulturforums Alte Post, hin. Denn die erste Ausstellung gab es bereits 1946 - damals noch unter dem Titel "Weihnachtsausstellung." Vier Künstler beteiligten sich. Seitdem sei die Ausstellung stetig gewachsen und habe mehrmals ihren Standort gewechselt, bis sie schließlich 1994 in der Alten Post angekommen ist. "Im Jahr 1948/1949 fiel sie jedoch aus", sagt der Kulturforumsleiter. Und so kommt es, dass "Kunst aus Neuss" in diesem Jahr ihr 70-jähriges feiert.

Thematisch habe die Zahl 70 keinen Einfluss auf die Werkauswahl gehabt, sagt Richter. "Richtig krachen" lässt er es zum runden Geburtstag anderweitig: Denn in diesem Jahr würden mit 300 Werken so viele Kunstobjekte gezeigt wie noch nie zuvor. Darunter sind Skulpturen, Installationen, abstrakte und gegenständliche Malerei sowie Fotoarbeiten.

Von 47 eingeladenen Künstlern haben alle zugesagt. "Es ist verwunderlich, wie er für jeden einen Platz gefunden hat", sagt Hans Ennen-Köffers über den Kurator.

Unter den Ausstellern sind acht Künstler, die zum ersten Mal teilnehmen: Dazu gehört zum Beispiel die in Neuss geborene Jutta Dunkel, die eine Auswahl ihrer Buntstiftzeichnungen zeigt. Im ersten Moment mögen ihre Motive an das menschliche Innenleben erinnern, tatsächlich handelt es sich dabei aber um einen verwesenden Granatapfel, wie Richter erklärt. Neben den Jahresausstellungen-Neulingen sind dort auch wahre Urgesteine zu sehen. Ursula Küppers etwa, die ihre fein gearbeiteten Werke zeigt, oder Walter Urbach, der abstrakte Malerei ausstellt. Mit 92 Jahren ist er auch der älteste Künstler, der auf der Jahresausstellung vertreten ist, die jüngsten sind Nanja Gemmer und Simon Evertz.

Unter den 300 Werken sind auch rund 100 Editionen dabei - auch dies sei in diesem Umfang neu, wie Richter erklärt. Beinahe jeder Künstler habe welche mitgebracht. "Viele von ihnen sind für unter 300 Euro zu erwerben", fügt Hans Ennen-Köffers hinzu. Denn "Kunst aus Neuss" ist, bis auf einige Ausnahmen, auch eine Verkaufsausstellung. Waren die Editionen zuletzt in dem kleinen Raum neben der Eingangshalle ausgestellt, haben sie nun einen eigenen Bereich bekommen. In dem "Kabüffchen" wie Richter es nennt, entstand Platz für ein weiteres Werk. Der Künstler Marc Andrä hat sich dort mit quietschbunten, kitschig anmutenden Lichtquellen und kleinen Bildern, sein "Daheim" geschaffen. Zur Vernissage am Sonntag erwarten die Veranstalter 500 Besucher. Noch bis zum 14. Januar, ist die Jahresausstellung im Kulturforum Alte Post zu sehen.

Quelle: NGZ
 
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