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Neuss
Kunst für 16.000 Euro versteigert

Neuss: Kunst für 16.000 Euro versteigert
v.r.: Schirmherr Michael Schmuck (Sparkassenvorstand) und seine Frau Ulrike mit Heinz Mölder und Bettina Krüger von der Kinderstiftung. FOTO: Woitschützke Andreas
Neuss. Die Veranstaltung "Kunst meets Jazz" der Kinderstiftung "Lesen bildet" im Sparkassenforum verknüpfte eine Versteigerung mit dem Konzert der Three Wise Men. Es war der erste große Auftritt der Stiftung seit der Gründung. Von Helga Bittner

Das Hämmerchen konnte was. Und der Auktionator auch. Mit einem kräftigen Schlag auf die Holzscheibe und den berühmten Worten "... zum dritten!" verkündete Volker Gärtner gleich zehn Mal an diesem Abend den erfolgreichen Abschluss einer Versteigerung. Das Hämmerchen hielt, war schließlich extra für diesen Anlass gekauft worden, aber Gärtner in der Rolle als Auktionator - das hatte eher Seltenheitswert.

Im "normalen" Leben ist er Banker, Mitglied im Vorstand der Sparkasse, Freund von seinem Ex-Kollegen Heinz Mölder und Unterstützer von dessen Kinderstiftung "Lesen bildet". Dass er sich zudem als jemand mit viel "Kreditkompetenz" anpries, mag ihm geholfen haben, bei der Versteigerung zugunsten der Stiftung etliche Male mehr als das Mindestgebot herauszuholen. Vor allem aber schaffte er es mit seinen lockeren Sprüchen, die vielen Gäste im Sparkassenforum - an die 200 - zu unterhalten, und gleichzeitig vielen von ihnen das Geld aus der Tasche zu locken. Rund 16.000 Euro brachte der Abend letzten Endes für die Kinderstiftung - Geld, das laut ihrem Vorsitzenden Heinz Mölder in viele Projekte im Rhein-Kreis und in Düsseldorf gesteckt wird.

Zum ersten Mal überhaupt hatte sich die von Mölder vor drei Jahren gründete Kinderstiftung mit einer großen Veranstaltung in die Öffentlichkeit getraut. Schuld daran war ein Künstler, der Maler Otmar Alt. Er tat das zwar mit einer Armbewegung weg, aber Mölder dankte zu Recht ganz besonders ihm, denn Alts Gemälde "Der Bote" (ging für 6100 Euro weg) legte den Grundstein für die Idee, Kunst für den guten Zweck zu versteigern. Die Maler Leon Löwentraut, Heinz Mack, Anatol, der Fotograf Horst Wackerbarth sowie die Besitzer von der "Kohle für Kohle"-Kunst eines James Rizzi, Stefan Szczesny und Ernst Fuchs mussten nicht lang überredet werden, ebenso wenig wie der Grevenbroicher Galerist Thomas Geuer, der ein Werk von Günther Uecker beisteuerte.

Frank Roberscheuten hat Three Wise Men gegründet. FOTO: hbm

Drei Werke - von Anatol, Günther Uecker und Horst Wackerbarth - fanden keinen Abnehmer, aber sie sind Geschenke und bleiben im Besitz der Kinderstiftung. Sie wird sie weiterhin zum Verkauf und mit den Mindestgeboten (Anatol: 1500, Uecker: 5500 und Wackerbarth: 4800 Euro) auf ihrer Homepage anbieten, sagt Heinz Mölder, der ansonsten "total zufrieden" mit dem Erfolg der Veranstaltung ist. Mit dem Reinerlös von 16.000 Euro könne alles finanziert werden, was die Stiftung sich vorgenommen habe, sagt er und ergänzt. "Wir gehen in ein sorgenfreies Jahr 2018."

Zudem hat der Abend ihm und seinen Mitstreitern Bettina Krüger, Ulrike Mölder und Volker Meierhofer gezeigt, wie viele Unterstützer sie mobilisieren können. Das fängt bei Sparkassenvorstand Michael Schmuck an, der Schirmherr war und das Sparkassenforum zur Verfügung stellte, geht über die Moderatorin und Stiftungsbotschafterin Birgit Wilms und dem Korschenbroicher DRK (zuständig für die Snacks) bis hin zum Lions Club (Niederlande), der sein 100-jähriges Bestehen mit 100 Jahre Jazz verknüpft und zehn Konzerte mit dem Trio Three Wise Men verschenkt. Eines davon für die Kinderstiftung.

Volker Gärtner erwies sich als launiger Auktionator, der die Kunstwerke unter den Hammer brachte. Nur im Fall der Fotoarbeit von Horst Wackerbarth halfen seine Überredungskünste nicht. Es fand sich niemand, der mindestens 4800 Euro ausgeben wollten. Gärtner hatte den Handelswert mit 12.000 Euro angegeben. FOTO: Woi

Frank Roberscheuten aus den Niederlanden, absoluter Beherrscher des Saxofons und der Klarinette, Rossano Sportiello, in New York lebender Italiener, dessen Finger in atemberaubender Schnelligkeit und Präzision über die Tasten flitzten, und der Wiener Percussionist Martin Breinschmid, der sich zudem als Xylofon-Zauberer entpuppte, der auch aus Kochschüsseln und Flaschen Melodien heraus"schlägt", fegten durch Jazz und Swing, dass es dabei nur eines zu bedauern gab: die Sitzordnung.

Deswegen zum Schluss dann doch ein Wunsch: Wenn Heinz Mölder, wie er in Aussicht stellte, 2018 "ein Rock- und Blues-Konzert" für die Kinderstiftung geschenkt bekommt, dann bitte in einem Saal ohne Stühle ...

Quelle: NGZ
 
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