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Neuss
Kunstrasenplätze: CDU drückt aufs Tempo

Neuss: Kunstrasenplätze: CDU drückt aufs Tempo
FOTO: imago sportfotodienst
Neuss. Die Koalition setzt der Verwaltung eine Frist zur Herausgabe des Sportentwicklungskonzeptes. SPD und FDP wittern dahinter Taktik. Von Christoph Kleinau

Der Koalition ist der Geduldsfaden gerissen. Lange waren CDU und Grüne bereit, Entscheidungen über Investitionen in die Sportinfrastruktur aufzuschieben, bis der Entwurf für ein Sportentwicklungskonzept vorliegt. Nun ist er da, kursiert aber nur rathausintern. Die Ratsmehrheit fühlt sich hingehalten, wittert eine Taktik dahinter. Und sie macht Druck: Mit Fristsetzung von sieben Tagen will sie die Verwaltung per Ratsbeschluss zwingen, das Gutachten herauszurücken. Und sie fordert, dass die Planungen für den Bau eines Allwetterplatzes in diesem und eines weiteren im nächsten Jahr sofort begonnen wird.

Sportdezernent Matthias Welpmann glaubt, an seiner Politik der ruhigen Hand weiter festhalten zu können - und zu müssen. Ohne eine dazugehörige und einordnende Sitzungsunterlage will er das gutachterliche Sportentwicklungskonzept nicht öffentlich machen. Welpmann spricht von "einer komplizierten und weitreichenden Thematik" und sagt vorerst nur zu, diese "noch in der zweiten Jahreshälfte in die politischen Gremien zu bringen". Bevor über einzelne Investitionen gesprochen wird, will er eine strategische Entscheidung zu der Frage haben, wie das Sportangebot in der Stadt in 15 bis 20 Jahren generell aussehen soll.

Der Koalition geht das zu langsam. Der Sportausschuss-Vorsitzende Rolf Knipprath wird deshalb nächste Woche einen Termin für eine Sondersitzung dieses Gremiums mit der Verwaltung festlegen. Er habe die Endfassung des Konzeptes noch nicht vollständig gelesen, sagt er. Doch was er kenne, weiche inhaltlich nicht von der Zusammenfassung ab, über die die NGZ schon im Juli berichtet hatte. Wenn das stimme, wären die Sportplätze in Gnadental und Norf diejenigen, die jetzt und zuerst einen allwettertauglichen Kunstrasenplatz erhielten. Sie waren in einer Arbeitsgruppe benannt worden, die das Planungsbüro IKPS bei der Entwicklung des Sportkonzeptes begleitet hatte. Auf Rang drei käme die BZA Reuschenberg.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Helga Koenemann vermeidet solche Festlegungen. Aber sie macht klar: Notfalls würde man die Prioritätenliste selbst festlegen. "Wir bleiben unbeirrt: Die Plätze werden hergerichtet", sagt Koenemann, die das Gutachten auch schnell haben will, weil in der Sportinfrastruktur insgesamt ein hoher Investitionsstau aufgelaufen ist. "Wir müssen sehen, wo sonst noch investiert werden muss, um den Sport in Neuss fit zu machen."

Die Fraktionen von SPD und FDP macht diese plötzliche Eile der Koalition misstrauisch. "Das nicht vorliegende Gutachten wird lediglich als Vorwand für eine ungerechtfertigte Kritik an dem Bürgermeister genutzt, und um sich als Retter des Fußballs gerieren zu können", sagen die Fraktionsvorsitzenden Arno Jansen (SPD) und Manfred Bodewig (FDP).

Die CDU erklärt die Eile auch damit, die schon im Etat eingeplanten 900.000 Euro für einen Allwetterplatz noch ausgeben, auf jeden Fall aber ins nächste Jahr retten zu wollen. SPD und FDP bewerten das als Versuch, "die intern scheinbar längst festgelegten Standorte durchgesetzt zu bekommen". Im Fall Gnadental allerdings wären SPD und FDP mit von der Partie. "In Gnadental", so Jansen, "ist der Mangel seit Jahren offensichtlich."

Quelle: NGZ
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