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Neuss
Landgard ist wieder obenauf

Neuss: Landgard ist wieder obenauf
FOTO: Seybert Gerhard
Neuss. Gut gelaunt und entspannt erschienen Vorstandsvorsitzender Armin Rehberg und Aufsichtsratsvorsitzender Bert Schmitz gestern, um die Geschäftszahlen der Landgard-Gruppe für 2015 vorzustellen. "Erfolg macht Freude", verkündete Rehberg. Von Michael Klatt

Landgard sei auf einem sehr guten Weg. Die Erzeugergenossenschaft mit Sitz in Herongen, zu der die ehemalige Neusser Blumenversteigerung (NBV) gehört, hat die vierjährige Sanierungsphase beendet und 2015 das beste Ergebnis der Firmengeschichte erzielt. Schon am Tag zuvor hatte die Vertreterversammlung in Kevelaer der Strategie von Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt.

Die vergangenen vier Jahre hätten die Mitglieder arg gebeutelt, blickte Schmitz zurück. Er bezeichnete es als einen "Meilenstein und Sternstunde in der Genossenschaft", dass die Erhöhung der Geschäftsanteile mit überwältigender Mehrheit vorgenommen wurde. Das war einer von vielen wichtigen Bausteinen für eine nachhaltige Sanierung. Die Bankverbindlichkeiten konnten von ursprünglich 338 Millionen Euro auf knapp 273 Millionen Euro im vergangenen Jahr zurückgeführt werden. "Der Vorstand hat jetzt wieder Zeit, sich um das operative Geschäft zu kümmern", sagte Schmitz. Landgard sei in schwierigem Umfeld optimistisch.

Im Geschäftsjahr 2015 hat Landgard das Konzernergebnis deutlich verbessert und ein positives Resultat erreicht. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit 21,7 Millionen Euro um 28,6 Millionen Euro über dem Vorjahr und um 18,5 Millionen Euro über Plan. Die positive Entwicklung zeigt sich auch im operativen Geschäftsergebnis (EBIT). Es stieg im Vergleich zum Vorjahr noch einmal um rund zwei Millionen Euro und liegt bei 27,6 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), die Kennziffer der operativen Ertragskraft, verbesserte sich mit 54,2 Millionen Euro weiter und markiert damit einen Rekordwert in der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg um 3,1 Prozent auf mehr als 1,8 Milliarden Euro.

Landgard habe als vermarktende Erzeugergenossenschaft wieder zwei starke Sparten, konstatierte Rehberg zufrieden. Denn zu Blumen und Pflanzen hat sich Obst und Gemüse wieder besser entwickelt. Dort war ein Umsatzplus von 20,7 Prozent zu verzeichnen. Und dieser Trend geht in diesem Jahr weiter. Bisher wuchs der Konzernumsatz insgesamt um 5,8 Prozent.

Laut Rehberg ist das klassische Geschäftsmodell Großhandel zu Gunsten des "ersthändigen" Warenbezugs zurückgegangen. "Die Händler wollen den Kontakt zum Produzenten." Da sei die Genossenschaft Landgard mit ihren rund 3200 Mitgliedsbetrieben strategisch im Vorteil. Einen Wunsch äußerte Rehberg: Rückenwind für die Branche. Doch es herrsche "brutaler Gegenwind".

Quelle: NGZ
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