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Neuss
Landschaftsbilder im Atelierhaus

Neuss. Eine Ausstellung zeigt Malerei von Max Clarenbach und Josef Kohlschein d.J..

Für die erste Ausstellung mit Werken aus der stadteigenen Sammlung "Kunst aus Neuss" hat Kulturamtsleiter Harald Müller zwei Größen ausgesucht: Max Clarenbach und Josef Kohlschein d.J.. Als Kurator hat er den früheren Galeristen Wolfgang Offelder ins Boot geholt - ein ausgewiesener Experte für die Kunst der beiden Maler, der zudem sehr launig von ihnen erzählen kann. Er wird denn auch morgen bei der Eröffnung der Ausstellung, zu der Kulturdezernentin Christiane Zangs die Gäste begrüßen wird, in die Kunst der beiden Neusser Maler einführen.

Der Ausstellungsraum im Atelierhaus an der Hansastraße bietet den idealen Rahmen für die Kunst von Clarenbach und Kohlschein. Jedem von ihnen ist eine Hälfte gewidmet, so das auf den ersten Blick die künstlerischen Unterschiede ebenso auffallen wie die Gemeinsamkeit in den Motiven. Beide Maler sind heimatverbunden.

Der in Neuss geborene Clarenbach (1880-1952) ist zweifellos der bekanntere, hat an der Kunstakademie studiert, war dort Meisterschüler. Schon in dieser Zeit hat er sein liebstes Sujet entdeckt: die Schneelandschaft. "Keiner konnte Schnee so vielfältig malen wie er", sagt Wolfgang Offelder und kann das spielend mit den ausgesuchten Bildern belegen. Sie zeigen auch, dass Clarenbach zu Recht als der "Meister in Grau" bezeichnet wurde. Fröhlich sind seine Bilder nicht. Seine Motive nahm er immer wieder aus seinem Umfeld: Neuss und der Niederrhein - die Bilder zeigen auch, dass er die Expressionisten schätzte.

Clarenbachs Credo, "der Strich muss sitzen" (laut Offelder), könnte auch von Josef Kohlschein d.J. stammen. Der Maler (1884-1958) wuchs in Neuss auf, studierte ebenfalls an der Kunstakademie, wo er wie Clarenbach zur Landschaftsmalereiklasse von Professor Eugen Dücker gehörte. Kohlschein entwickelte seine spezielle Handschrift in der Malerei mit der Genauigkeit des zeichnerischen Blicks. Er konzentrierte sich auf Landschaften, verband Architektur mit Natur, "das Gebaute mit dem Gewachsenen", wie Offelder sagt, und stellte jeder Malerei die genaue Zeichnung der Umrisse voraus. Die Leinwand bezog er ein, indem er sie farbig grundierte und diesen Ton in die Gemälde einfließen ließ. Besonders gut sichtbar ist das bei seiner Ansicht des Schlosses Reuschenberg, bei dem der bräunliche Grundton die Farbe des Himmels und des Wassers der Erft mitbestimmt. Zur Ausstellung ist eine kleine, aber feine Broschüre über die beiden Maler entstanden (2 Euro). Eröffnung ist morgen um 19.30 Uhr.

(hbm)
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