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Neuss
Lanzerath schreibt die Dorfgemeinschaft groß

Neuss: Lanzerath schreibt die Dorfgemeinschaft groß
FOTO: Lothar Berns
Neuss. Man kennt sich, man hilft sich. Das macht für viele das Leben im Ort aus. Aber wenn nächste Woche Sommerfest gefeiert wird, beweisen die Lanzerather auch ihre Gastfreundschaft Von Rolf Hoppe

Nein, hier kommt nicht das von Römern eingekreiste gallische Dorf von Asterix und Obelix. Obwohl dieser bildhafte Vergleich zumindest für die Lage herhalten dürfte. Denn Lanzerath ist eine an der Kreisstraße 8 gelegene Insel zwischen Neuss und Grefrath - und mitten im Grünen. Etwa 200 Einwohner, drei Straßen, ein Briefkasten, ein Bolz- und ein Kinderspielplatz, Bürgerhaus, Festplatz, ein festes Jahresprogramm für die Geselligkeit und viel Bürgersinn kennzeichnen die kleine Ortschaft.

Dafür sorgt unter anderem der neu gewählte Vorstand der 1967 gegründeten Dorfgemeinschaft um den Vorsitzenden Werner Kellers. Zu den Jahreshöhepunkten gehören St. Martin mit Umzug, Sommerfest und Erntedankfest. Doch Gelegenheiten, sich zwischendurch zu treffen, gibt es genügend. Geschäftsführer Jürgen Ritterbach: "Allen Lanzerather Fußballfreunden bieten wir an, die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft gemeinsam anzuschauen." Ein Angebot an alle ist dagegen das Sommerfest, das am Samstag, 18. Juni, ab 15 Uhr auf dem Fest- und Bolzplatz geplant ist.

Einmal im Monat treffen sich die Senioren am Bürgerhaus FOTO: R. Hoppe

Darauf freut sich auch schon Hermann Müller. Der 78-Jährige gehört zum Altherrenkreis, der sich monatlich am Bürgerhaus trifft. Er ist aus der Neusser Innenstadt nach Lanzerath gezogen, schätzt die Ruhe - und das jeder jeden kennt: "Die haben mich sofort vereinnahmt."

Geboten werden beim Sommerfest Speis und Trank zu günstigen Preisen. Kinder können auf dem Bolzplatz spielen und auf eine Torwand schießen. Zudem ist ein Kicker-Turnier geplant. Aktuelle Spiele der Fußball EM werden auf einer Leinwand gezeigt. Ritterbach: "Die Lanzerather freuen sich auf Gäste und laden auch Radfahrer im Westfeld zu einer Verschnaufpause ein."

Gastlichkeit hat auch beim Erntedankfest im Ort Tradition. Noch genießt Cornelia Frangen als amtierende Erntekönigin große Aufmerksamkeit im Ort, doch die Nachfolgerin steht fest: Birgit Ritterbach hatte die Glücks-Nelke gezogen.

Das so genannte Bürgerhaus ist eines der Projekte, auf das die Lanzerather besonders stolz sind: "Wir hatten weder Kneipe, noch Festsaal", sagt Ritterbach. Also wurde an den früheren Geräteschuppen angebaut und in Eigenleistung ein gemütlicher Gemeinschaftsraum mit Theke eingerichtet. So lernt man auch Neubürger kennen, denn Lanzerath steht vor einem Generationenwechsel, zu dem Zugezogene beitragen. Sie einzubinden, sieht die Dorfgemeinschaft als Hauptaufgabe an.

An Magda Schust zeigt sich die Stärke der Gemeinschaft im Dorf. Seit langem hat der Tante-Emma-Laden geschlossen, Einkaufsmöglichkeiten gibt es also nicht. So schreibt die 96-Jährige ihre Wünsche auf einen Einkaufszettel und Nachbarn bringen es ihr mit.

Wunschlos glücklich sind die Lanzerather aber auch nicht. Eine Renovierung des Kinderspielplatzes wäre nötig und die Befestigung der Wege um das Dorf für Spaziergänger. Ritterbach: "Alles können wir aber nicht selbst stemmen."

Quelle: NGZ
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