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Serie Neuss Und Seine Stadtteile
Laternen zeigen die Ortsgrenze an

Serie Neuss Und Seine Stadtteile: Laternen zeigen die Ortsgrenze an
Wo Rosellerheide an Neuenbaum stößt, wechselt die Straßenbeleuchtung von der nördlichen auf die südliche Straßenseite. FOTO: Woi
Neuss. Noch im 19. Jahrhundert getrennt, bilden Rosellerheide und Neuenbaum heute ein Doppeldorf. Die Schützenbruderschaft vereint, was die Fliederstraße nicht wirklich trennt. Von Christoph Kleinau

Rosellerheide-Neuenbaum Sie sind längst zusammengewachsen und doch nicht einfach eins: In der Bruderschaft St. Peter und Paul, die seit Gründung des Schützenvereins im Jahr 1879 Männer aus Rosellerheide und Neuenbaum zusammenführt, achtet man bis heute darauf, beiden Ortsteilen gerecht zu werden. "Aus alten Chroniken geht hervor", erklärt Brigitte Pieper vom Vereinsvorstand, "dass die Schützenfeste im Anfang wechselweise in einer Gaststätte in Rosellerheide und im nächsten Jahr in Neuenbaum gefeiert wurden". Die Tatsache, dass Brudermeister Heinz Meuter (Rosellerheide) mit Reinhard Winkler über Jahre ein Stellvertreter aus Neuenbaum zur Seite stand, war zwar nicht gewollt, passt aber ins Bild eines Vereins, der sich als verbindende Klammer versteht.

So ist man sehr auf Ausgleich bemüht. Der Schützenplatz liegt fast genau in der Mitte zwischen den ehemals zwei Dörfern und vis-a-vis zum "Pitter-un-Paul-Platz", dem 2004 unter Mitarbeit der Bruderschaft neu geschaffenen Ortsmittelpunkt auf der Heide.

Erstmals werden die getrennten Orte gemeinsam in der Landesbeschreibung des Ortes Hülchrath aus dem Jahr 1663 erwähnt: "auf der Neuenberger Heyden: 17 Hausmannshauser und Kotten", heißt es dort. Neuenbaum und die "Heide" wuchsen seitdem aufeinander zu, doch noch im 19. Jahrhundert gab es an der heutigen Neukirchener Straße zwischen beiden Ortsteilen keine Wohnbebauung.

Wer heute die "Grenze" sucht, muss genau hinschauen. Erstes Indiz: Die Straßenbeleuchtung an der Neukirchener Straße. Sie wechselt von der nördlichen genau an der Stelle auf die südliche Straßenseite, wo Rosellerheide an Neuenbaum stößt. Andere machen die Fliederstraße zum Grenzweg. "Die Häuser auf der östlichen Straßenseite gehören zu Rosellerheide, die auf der anderen Straßenseite schon zu Neuenbaum", sagt Pieper. Eine Straße, eine Adresse - aber die Anwohner würden sorgfältig unterscheiden, in welches "Lager" sie gehören.

Quelle: NGZ
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