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Sicheres Wohnen
Leben einfach machen

Neuss. Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft Neuss (GWG) passt ihre Wohnungen an die sich wandelnden Bedürfnissen ihrer Mieter an. Von Susanne Zolke

Neuss Der Umzug in eine neue Wohnung ist meistens ein Grund zur Freude. Jedenfalls dann, wenn man die alte Wohnung verlassen will - und nicht muss. Gerade im Alter sind aber viele Menschen gezwungen, sich von ihrem Zuhause zu trennen, weil die Anforderungen an das Wohnumfeld steigen. Durch verschiedene Projekte schafft die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft Neuss (GWG) die Voraussetzung dafür, dass ihre Mieter so lange wie möglich in ihren Wohnungen leben können - auch im fortgeschrittenen Alter.

Die größten Hürden in der eigenen Wohnung, die den Alltag erheblich erschweren können, finden sich im Badezimmer. "In den vergangenen sechs Jahren haben wir etwa 90 Bäder in unseren Bestandswohnungen umgebaut", sagt Carsten Elsenbroich, technischer Leiter bei der GWG. "Das heißt vor allem: Wanne raus, Dusche rein. Nach Bedarf werden auch Toilettensitze erhöht oder Haltegriffe angebracht, so dass die Badezimmer barrierefrei oder zumindest barrierearm sind."

Im Jahr 2009 hat die GWG ihr Badumbauprogramm ins Leben gerufen, ein Service, der eine steigende Nachfrage bedient. "Irgendwann kommt bei vielen unserer Mitglieder der Punkt, an dem sie in ihrem Zuhause nicht mehr gut zurechtkommen, aber nicht umziehen wollen, was nachvollziehbar ist", erzählt Elsenbroich. Die GWG prüft dann, ob ein Umbau in der betreffenden Wohnung möglich und sinnvoll ist. Medizinische Notwendigkeit hat dabei Vorrang, wobei eine Behinderung oder Pflegestufe nicht zwingend vorliegen muss. "Wir versuchen natürlich, den Wünschen zu entsprechen. Manchmal ist aber ein Wohnungswechsel doch die bessere Lösung, ein barrierefreies Bad in der dritten Etage ohne Aufzug macht zum Beispiel keinen Sinn", erklärt der 48-Jährige.

Um dabei zu helfen, auch kleinere Barrieren abzubauen, kooperiert die GWG mit dem Wohnberatungsdienst der Caritas. Bei Bedarf kommen die Mitarbeiter der Caritas zu den Mietern nach Hause und prüfen, wo Stolperfallen wie zu hohe Teppichkanten vorhanden sind. "Diese Gefahren werden dann beseitigt. Viele Menschen wissen aber gar nicht, dass es solche Dienste gibt oder trauen sich aus falscher Scham nicht, dort nachzufragen. Wir sind dann eine Schnittstelle und vermitteln den Kontakt", sagt Elsenbroich.

Nicht nur in den Wohnungen selber, sondern auch in den Außenbereichen ist die GWG aktiv, um das Leben ihrer Mieter zu vereinfachen. Dazu gehören Handläufe an Außentreppen, durch die Wohnungen im Hochparterre besser zu erreichen sind. "Daneben errichten wir in den Innenhöfen verstärkt Unterstellmöglichkeiten zum Beispiel für Fahrräder oder Kinderwagen. Auch die jüngeren Mieter freuen sich, wenn sie die nicht mehr in den Keller tragen müssen", erklärt der technische Leiter.

Dass die verschiedenen Maßnahmen der GWG bei ihren Mitgliedern gut ankommen, merkt Elsenbroich immer wieder. "Es ist schon schön, wenn Mieter bei Versammlungen oder anderen Gelegenheiten auf meine Kollegen oder mich zukommen und sich dafür bedanken, dass wir ihnen den Alltag ein Stück erleichtert haben."

Quelle: NGZ
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