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Neuss
Lebenshilfe feiert und wirbt für die Inklusion

Neuss: Lebenshilfe feiert und wirbt für die Inklusion
"Sonnenblume" war die erste Kita in ihrer Trägerschaft. Dass der Verband Jugendarbeit macht, unterscheidet ihn von anderen Lebenshilfe-Vereinen. FOTO: woi
Neuss. Die Lebenshilfe Neuss feiert 50-jähriges Bestehen. Auf dem Markt wird am Samstag gezeigt, was aus einer Elterninitiative werden kann. Von Christoph Kleinau

Kurz vor dem Festtag kam die gute Nachricht: Nach der Teilbaugenehmigung für einen Umbau des Wohnhauses Theresienstraße 16 in Weckhoven stellt die NRW-Bank jetzt auch die Finanzierung sicher. "Wir können bauen", sagt Gesine Eschenburg, die Geschäftsführerin der Lebenshilfe Neuss. Die feiert am Wochenende ihr 50-jähriges Bestehen und präsentiert sich im Jubiläumsjahr als Verband des fortgesetzten Auf- und Umbruchs.

Kurz vor dem Festakt ist aber auch einiges fertig geworden. Die Festschrift (natürlich), aber auch das Leitbild, an dem in allen Einrichtungen und Gremien seit einem Jahr gearbeitet wird. "Wir sind exklusiv, da wir inklusiv sind", steht darin, wobei die Vorsitzende Angelika Quiring-Perl das noch konkreter macht: "Wir fördern Inklusion, ohne sie nur einzufordern."

So hält es der Verein, der 1967 aus einer Elterninitiative heraus als Selbsthilfevereinigung für Menschen mit geistiger Behinderung gegründet wurde, seit einem halben Jahrhundert. "Uns treibt an, die Lebensumstände für diese Menschen in Neuss zu verbessern", sagt Geschäftsführer Winfried Janßen. Um das zu erreichen, sind die Aufgaben, ständig gewachsen - und die Zahl der Mitarbeiter, die seit 2014 in der gemeinnützigen GmbH beschäftigt sind. Fast 450 Köpfe zählt die Belegschaft heute.

Um das selbst gesteckte Ziel zu erreichen und dazu in die Gesellschaft hineinzuwirken, ist der Verein mit seinen fast 600 Mitgliedern auch groß im "Netzwerken". Für diese Fähigkeit steht nicht zuletzt Angelika Quiring-Perl, die im Stadtrat (und lange auch im Kreistag) Politik mitgestaltet hat, und sie vertritt die Lebenshilfe in der Trägergesellschaft der Gemeinnützigen Werkstätten Neuss (GWN). Denn Arbeit ist Teil von "gleichberechtigter Teilhabe". "Netzwerken" heißt aber auch, sich neuen Themen zu stellen und dazu neue Partner zu finden. Aktuell ist das beim Thema Wohnen der Neusser Bauverein, der in Weckhoven ein neues Quartier baut. Das soll - dank der fachlichen Begleitung der Lebenshilfe - inklusiv werden. Quiring-Perl ist nicht Gründungsmitglied wie die heute 88-jährige Liesel Michels, aber ebenfalls Mutter eines Kindes mit geistiger Behinderung. Und sie gehört zu denen, die die Mitspracherechte der Eltern und Betroffenen immer verteidigt haben, um "den Charakter als Selbsthilfeorganisation zu erhalten".

Bis vor drei Jahren waren es auch Eltern, die als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder den Erfolg des "Unternehmens" verantworten mussten. Das ist heute Aufgabe der Geschäftsführung, die fünf Wohnhäuser, sechs Wohngruppen für Behinderte, zwei Beratungsstellen, einen Pflegedienst und in den "Offenen Hilfen" gebündelte ambulante Dienstleistungs- und Beratungsangebote koordiniert. Eine Besonderheit der Lebenshilfe Neuss ist nach Darstellung von Vorstandsmitglied Karlheinz Irnich, dass sie Träger von sieben Kindertagesstätten und dem Jugendzentrum in Allerheiligen ist.

Quelle: NGZ
 
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