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Jürgen Scheer
Leitstelle überwacht die Stadtwerke-Netze

Neuss. Herr Scheer, Wasserrohrbrüche haben den Stadtwerke-Notdienst am Wochenende schwer auf Trab gehalten. Steht inzwischen fest, warum die Hautptrinkwasserleitung unter der Kaiser-Friedrich-Straße am Freitagabend geborsten ist?

Jürgen Scheer Nein, es werden noch immer verschiedene Ursachen untersucht. Eine Möglichkeit wäre vorzeitige Materialermüdung, eine andere Setzungen im Untergrund. Ursache könnten aber auch Beschädigungen durch das Wurzelwerk des Baumes sein, der über der gebrochenen Stelle stand und gefällt werden musste.

Sie sagen vorzeitige Materialermüdung. Wie lang ist denn die Lebensdauer solcher Leitungen?

Scheer Hersteller sprechen von etwa 80 Jahren Lebensdauer. Die Hauptleitung, die uns so viel Arbeit beschert hat, war allerdings gerade einmal 50 Jahre alt.

Wieso ist es nach diesem großen Wasserrohrbruch noch zu weiteren Fällen gekommen? Noch dazu an weit entfernten Stellen im Stadtgebiet?

Scheer Das hat mit den Druckschwankungen zu tun. Nach dem Bruch der ersten Leitung kam es zunächst zu einem Druckabfall im gesamten Netz. Auf den haben die wasserfördernden Pumpen reagiert und ihre Förderleistung erhöht, um diesen Abfall auszugleichen. An drei Stellen im Stadtgebiet hat das die Leitungen wohl überfordert.

Wie merkt man so etwas? Die Leitungen liegen doch in der Erde.

Scheer Die Netze der Stadtwerke werden von unserer Leitstelle aus überwacht. Fühler im Netz überwachen den Druck in diesen Systemen. Weil Leckagen immer zu einem Druckverlust fühlen, werden sie so erkannt und der Leitstelle unmittelbar gemeldet. Damit solche Störungen schnell behoben werden, ist die Leitstelle rund um die Uhr besetzt und ein Notdienst in Rufbereitschaft. Was wir an Material benötigen, ist auf dem Baubetriebshof ebenfalls ständig verfügbar.

Was tun die Stadtwerke präventiv - wenn das überhaupt geht?

Scheer Das Rohrnetz wird kontinuierlich erneuert. Die Bürger wundern sich zwar manchmal, wenn unsere Bautrupps kommen, obwohl nichts kaputt ist. Aber das erspart uns Notfalleinsätze. Meistens.

CHRISTOPH KLEINAU STELLTE DIE FRAGEN.

Quelle: NGZ
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