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Neuss
Lesung macht Suizid zum Thema

Neuss. "Papa hat sich erschossen": Telefonseelsorge lädt Autorin in Bücherei ein.

Der Welttag der Suizidprävention am kommenden Samstag ist für die Stadtbücherei und die Telefonseelsorge Anlass, um gemeinsam auf dieses schwierige, da angstbesetzte Thema aufmerksam zu machen. Neben der noch bis zum 17. September in der Bücherei am Neumarkt zu sehenden Wanderausstellung "Zuhören ist cool, wegsehen ist tödlich", die sich vor allem an Jugendliche wendet, haben die Kooperationspartner für Dienstag, 6. September, eine besondere Lesung vorbereitet.

Zu Gast ist an diesem Abend die Autorin Saskia Jungnikl. Sie stellt ab 19.30 Uhr ihr Buch "Papa hat sich erschossen" vor. Hautnah und unsentimental erzählt Saskia Jungnikl darin von dem Freitod ihres Vaters: Sie schreibt über die Ohnmacht, die ein solch gewaltvoller Tod hinterlässt, über Schuldgefühle, Wut und ein nie verschwindendes Entsetzen. Sie beschreibt aber auch, wie es ihre Familie schafft, damit umzugehen.

"Wir wollen mit der Lesung auch Menschen, die mittelbar oder unmittelbar vom Thema Suizid betroffen sind, ermutigen, sich jemandem anzuvertrauen und Hilfe zu suchen", erklärt Barbara Keßler, Leiterin der Telefonseelsorge, den Schulterschluss ihres Hauses mit der Stadtbibliothek. Bei den 17.560 Anrufen, die die Telefonseelsorge im Vorjahr erreicht hatten, sei es in 887 Gesprächen um das Thema Suizidalität gegangen. "In 208 Gesprächen standen akute Suizidgedanken im Vordergrund", sagt Keßler.

Sie steht vor und nach der Lesung mit einer Kollegin von der Telefonseelsorge für Fragen und Anliegen zur Verfügung. Der Eintritt zur Lesung beträgt sieben Euro.

(-nau)
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