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Neuss
Lesungen und Vorträge in der Bibliothek für die Generation 50+

Neuss. Die Donnerstags-Reihe "Lesungen bei Tee und Kaffee" erfreut sich großer Beliebtheit und startet am 4. August in die zweite Hälfte.

Gleich die erste Lesung dürfte den Nerv der Zuhörer treffen. "Allein kann ja jeder" heißt das Buch, und es erzählt vom Leben in einem Mehrgenerationenhaus, in das die Bewohner sinnbildlich allerdings mehr hineingeworfen als aufrecht gegangen sind. Mutter und Tochter zum Beispiel, weil sie nach der Scheidung aus ihrem Haus raus müssen, oder 76-Jährige, weil er einem Immobilienbetrüger aufgesessen ist und nun irgendwohin muss. Sie alle landen in der alten Villa von Rosa (71).

Jutta Profijt, bekannt geworden vor allem mit ihren Krimis, hat den Roman geschrieben und stellt ihn in der Reihe "50+ - Lesungen bei Tee und Kaffee" in der Stadtbibliothek vor. Die in Ratingen geborene Autorin gestaltet damit am 4. August den Auftakt zur zweiten Hälfte der Reihe, die sich unter den Gästen am Neumarkt großer Beliebtheit erfreut.

Das Programm ist stark auf die Zielgruppe abgestellt, was auch die Lesung von Michaela Hansen und Jutta Zacher am 13. Oktober unterstreicht. Sie bringen mit ihrem Buch "Als Granny Aupair in die Welt" Lebenserfahrung in gedruckter Form mit. Denn Hansen hat die Agentur "Granny Aupair" gegründet und zusammen mit Eva Coris das Buch geschrieben, Zacher war als Leihoma schon zweimal in der Schweiz eingesetzt und weiß, wovon die beiden Autorinnen erzählen. Zusammen berichten sie, wie es ist, im Ausland als Ersatzoma zu fungieren, und wie man überhaupt auf die Idee kommt, dafür eine Agentur zu gründen.

Zwischen diesen beiden Lesungen gibt es jedoch noch eine, die ein bisschen aus der Zeit gefallen ist. Iris Wolff erzählt am 15. September von "Leuchtenden Schatten" im Jahre 1943 und 1944 im siebenbürgischen Hermannstadt. Am Beispiel von zwei Freundinnen, die unterschiedlich erzogen und aufgewachsen sind.

Dass "Humor und Demenz" zusammengehören können, will der Gerontopsychiater Rolf D. Hirsch in seinem gleichnamigen Vortrag zeigen. Er fällt in die "Welt-Alzheimer-Woche" und findet am 20. September statt. Mit einer szenischen Lesung aus Siegfried Lenz' Roman "So zärtlich war Suleyken" am 10. November kehrt Werner Ingenfeld zu seinen Wurzeln zurück. Der 60-Jährige lebt heute im Kreis Heinsberg, stammt aber aus der hiesigen Region und hat noch in den 1990er Jahren im Kulturkeller Theater unter Serdar Somuncu gespielt.

Neu in der Reihe ist das Format "Lesen, Hören, Lesen", das von Bibliothekschef Alwin Müller-Jerina am 24. November gestartet wird. Er stellt die für ihn wichtigsten Bücher seines Leselebens vor und konzentriert sich dabei auf die Spanne von Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung. Mitglieder des Neusser Autorenkreises schließlich beenden das Jahr am 8. Dezember mit "Besinnlichem und Amüsantem zur Vorweihnachtszeit".

Info Eintritt drei Euro, mit Leseausweis frei

(hbm)
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