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Neuss
Letzte Frist für Galopp in Neuss

Neuss: Letzte Frist für Galopp in Neuss
FOTO: Tuchel
Neuss. Es geht um Geld und ein Konzept: Die Politik setzt dem NRRV Fristen, der kontert mit einem neuen Pachtvertrag. Von Andreas Buchbauer und Christoph Kleinau

Die letzte Runde für den Galopprennsport in Neuss scheint eingeläutet. Der Beteiligungsausschuss als Gesellschafterversammlung von Neuss Marketing hat in nicht-öffentlicher Sitzung am Mittwochabend zwei wesentliche Punkte beschlossen. Erstens soll der Neusser Reiter- und Rennverein (NRRV) unverzüglich noch ausstehende Zahlungen in Höhe von 25.000 Euro begleichen. Zweitens soll endlich ein schlüssiges Konzept, wie es auf der Rennbahn weitergehen kann, auf den Tisch kommen. Dies soll bis 18. Oktober geschehen.

Altbürgermeister Herbert Napp als Vermittler des NRRV glaubt fest, dass der Verein liefern wird. Er habe den Überweisungsträger zwar nicht gesehen, doch sei ihm von Vereinsseite versichert worden, dass die Zahlung angewiesen worden sei. Allerdings war bis Mittwoch noch keine Zahlung eingegangen - und die letzte Zahlungsfrist auch da schon mehr als eine Woche verstrichen, wie Bürgermeister Reiner Breuer betont. Breuer bestätigte noch einmal, dass Neuss-Marketing, Vertragspartner des NRRV auf städtischer Seite, eine außerordentliche Kündigung aussprechen kann, sollte das Geld ausbleiben.

Das schon mehrfach von der Gesellschafterversammlung angeforderte Konzept fordert auch Napp in der gesetzten Frist ein, "um diesen Teil des Unmuts auszuräumen".

Grundsätzlich läuft der Pachtvertrag mit dem NRRV noch bis Ende 2019. Wird er nicht bis Mitte 2018 gekündigt, würde er sich automatisch um drei Jahre verlängern.

Der Verein möchte ihn aber ändern und am liebsten vorzeitig zu neuen Konditionen verlängern. "Wir wollen behandelt werden wie jeder Dritte, der die Anlage nutzt", sagt Napp im Namen des Vereins. Das heißt: Der Verein zahlt 2000 Euro Pacht - aber nur für jeden stattfindenden Renntag. Und er pflegt nur noch den Teil der Anlagen, der dem Galopprennsport dient. Das aber ganzjährig.

Diese Punkte stehen in einem Vertragsentwurf, den Napp gestern in Teilen mit der Erklärung vorstellte, der Inhalt sei mit Neuss Marketing diskutiert worden - und konsensfähig. Breuer wiederum versichert, dass dieser Entwurf weder ihm, noch Neuss Marketing und erst recht nicht der Politik vorliege.

Dem von Napp präsentierten neuen Vertrag - den alten möchte der Verein mit Wirkung zum Jahresende aufgehoben sehen - stellt der NRRV eine Präambel voran. Darin ist skizzenhaft festgehalten, was der Verein zu tun beabsichtigt, um die Renntage wieder attraktiv zu machen: ganzjährig Rennen auf Gras- und Sandbahn - also auch wieder im Sommer. Ab 2018 soll es die Samstagsrennen nicht mehr geben, die nur für die Wettbüros in Frankreich attraktiv sind, von deren Wetterlösen die Bahn abhängt. Mit der französischen Seite sei gesprochen worden, sagt Napp, diese sei einverstanden, andere Tage zu nehmen. Zuletzt hält die Präambel fest, dass sich der Dachverband des Galopprennsports künftig an Zukunftsinvestitionen beteiligen wird. Dazu aber brauche er Planungssicherheit.

Quelle: NGZ
 
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