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Neuss
Letzter Auftritt für Emilia Haag als Hildegard Knef

Neuss. Das frühere RLT-Ensemblemitglied spielt und singt in der Produktion "Für mich soll's rote Rosen regnen". Von Helga Bittner

Wenn die junge Hildegard Knef im RLT in einer Woche das letzte Mal davon träumt, dass es für sie rote Rosen regnen soll, ist das auch der letzte Auftritt für Emilia Haag in Neuss. Vorläufig. Denn dass die Schauspielerin, die von 2009 bis 2013 fest zum RLT-Ensemble gehört hat und 2014 als Gast zurückkehrte, eines Tages wieder auf der Neusser Bühne steht, ist keineswegs ausgeschlossen. Zumindest, wenn es nach ihr geht.

Allein schon wegen der jüngsten Erfahrung mit dem Knef-Abend, den sie zusammen mit Nadine Nollau bestreitet und der "eine ganz tolle Produktion ist und wunderbar funktioniert". Auch mit Blick auf die Zuschauer, denn der Erfolg des musikalischen Theaterabends, der im September 2014 Premiere hatte, bescherte ihm die Wiederaufnahme in der laufenden Saison.

Als Haag vor sechs Jahren die Schauspielschule Bern beendete, wusste sie noch nicht recht, ob sie wirklich auf die Bühne will. Das hat sich heute grundlegend geändert. "Ich stelle das Schauspielen überhaupt nicht mehr in Frage", sagt die Künstlerin, die in Köln lebt, lachend. Und ergänzt: "Ich bin glücklich, dass es so gut läuft." Sie hat sich für die freie Arbeit entschieden, steht als Gast mal im Kölner Theater am Bauturm auf der Bühne, ist mal mit dem Theater Marie aus Suhr in der Schweiz unterwegs. Alles, was sie macht, hat für sie die gleiche Wertigkeit: ob ein Musikabend wie der über die Knef, ob politisches Off-Theater oder eigene Projekte: "Ich bin ein Bühnenmensch geworden", sagt die Schauspielerin, die 2010 am RLT mit dem Theaterförderpreis ausgezeichnet wurde. "Meine Neigung, auch mal den Film auszuprobieren, ist gering."

Sie mag es indes, eigene Produktionen auf die Beine zu stellen. Freut sich, dass in der Schweiz nun etwas gefördert wird, was seinen Ausgang in Neuss nahm. In der "Round about Midnight"-Reihe des Kino Hitch hatte sie zusammen mit einer Freundin von der Schauspielschule ein Live-Hörspiel aufgeführt. Die Zusammenarbeit mit Sibylle Mumenthaler hielt sich ebenso wie der Drang, auf diesem Weg weiterzumachen. "Ab Frühjahr produzieren wir jetzt eine Serie in einem kleinen Kino in Basel, die auf großen Filmen basiert", erzählt sie. Deren Geschichten - etwa die aus "Thelma und Lousie" verknüpfen die beiden Schauspielerinnen mit Metaebenen, die sich mit Grundsätzlichem beschäftigen. "Wir sind ein wunderbar eingespieltes Team", sagt Emilia Haag, "und auch gut befreundet, das macht die Zusammenarbeit leichter." Auch in den Dingen, von denen sie wissen, dass sie es nicht können: "Uns beiden war schnell klar, dass wir einen Produktionsleiter brauchen, der uns etliche Schreibsachen abnimmt."

Bis jetzt, so sagt die 35-Jährige, hat sie erreicht, was sie wollte. "Am freien Theater zu arbeiten, heißt permanentes Lernenmüssen und sich nicht ausruhen können." Gleichwohl betont sie, wie wichtig die ersten Jahre im Festengagement gewesen sind: "Es war damals für mich ein großer Schritt, auf die Bühne zu gehen. Und dann hat das vier Jahre lang sehr, sehr gut funktioniert."

Info Oberstraße 95, Mittwoch, 9. Dezember, 20 Uhr, Karten unter 02131 269933

Quelle: NGZ
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