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Neuss
Leuvens Bürgermeister lädt zu Versöhnungswerk ein

Neuss. Carillons haben in Belgien Tradition. Das spielbare Glockenspiel der Norbertinerabtei von Park in Leuven allerdings schweigt, seit es im Ersten Weltkrieg von deutschen Soldaten zerstört wurde. 2018, wenn sich das Kriegsende zum 100. Mal jährt, soll es wiederhergestellt sein, berichtete Leuvens Bürgermeister Louis Tobback, als er gestern mit Bürgermeister Reiner Breuer das frisch restaurierte Schützenglockenspiel am Vogthaus besuchte. Und er lud die Stadt Neuss ein, sich an diesem Versöhnungswerk zu beteiligen.

2014 half ein Beitrag von Stadtarchivar Jens Metzdorf, das Schweigen über die Kriegsgräuel in Leuven, das kurz nach Kriegsausbruch auch von Soldaten eines Neusser Landsturmbataillons zerstört wurde, zu brechen. Seitdem verdichten sich die Kontakte. Die Kulturinstitute beider Städte begannen damit. So planen die Archive 2018 eine Gemeinschaftsausstellung über die deutsche Besetzung Leuvens (1914-1928) - und die Besetzung der Stadt Neuss durch die Belgier (1919-1926). Ein Austausch bildender Künstler und Musiker wurde gestern als nächster Schritt vereinbart. Anlass könnte das Utopia-Projekt in Leuven Ende September sein. Bürgermeister Reiner Breuer kündigte an, sich der gemeinsamen Geschichte stellen und Leuven am 24. August besuchen zu wollen, wenn sich der Beginn des Massakers zum 102. Mal jährt.

Der Gastdelegation aus Leuven wurden aber auch positive Anknüpfungspunkte aus der Geschichte beider Städte bei einem Stadtrundgang vor Augen geführt. So erhielt nicht zuletzt Theodor Schwan, der große Sohn der Stadt, dessen Denkmal an der Alten Post steht, seine erste Professur in Leuven.

(-nau)
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