| 00.00 Uhr

Serie Neusser Räume
Licht und Farbe in der Mack-Kapelle

Serie Neusser Räume: Licht und Farbe in der Mack-Kapelle
Der Künstler Heinz Mack hat die ursprünglich im neubarocken Stil gehaltene Kapelle umgestaltet. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. Gesamtkunstwerk und Gotteshaus: Bei der ersten "Neusser Räume"-Tour am Samstag, zu der NGZ und Neuss Marketing einladen, führt Helmut Friedberg durch die Kapelle im Marianum an der Preußenstraße.

Neuss (NGZ) Diese Kapelle ist eine Pilgerstätte - für Kunstliebhaber ebenso wie für gläubige Christen, ganz gleich, ob tiefreligiös oder eher kirchenfern, von eher konservativem oder modernem Kunstgeschmack. Schon beim Eintreten bleibt der Blick an dem großen, schlichten Kreuz über dem Altar hängen, das geradezu schwerelos scheint, wenn Sonnenstrahlen durch die Aussparungen in der Westfassade fallen. Licht und Farbe sind wesentliche Elemente im Schaffen des Mönchengladbacher Künstlers Heinz Mack, der die mehr als 100 Jahre alte Kapelle 1988 umgestaltete. Am Samstag wird Helmut Friedberg die Teilnehmer der ersten "Neusser Räume"-Tour in diesem Jahr durch die Kapelle im ehemaligen Collegium Marianum führen.

Der stellvertretende Vorsitzende des 2009 gegründeten Freundes- und Förderkreises ist selbst ehemaliger Marianer, legte 1971 am erzbischöflichen Abendgymnasium sein Abitur ab. Die ursprünglich im neubarocken Stil gehaltene Kapelle im Hauptgebäude (Baujahr 1908) an der Preußenstraße kannte er natürlich auch. Neu kennengelernt hat er das kleine Gotteshaus dann aber nach der Umgestaltung durch Professor Heinz Mack - damals eine durchaus umstrittene Auftragsvergabe.

Arbeitet der Künstler sonst eher abstrakt, trifft der Besucher der Mack-Kapelle, wie sie schon bald nach ihrer Eröffnung genannt wurde, auf viel Vertrautes. "Immer wieder bin ich überrascht, wie viele Neusser die Kapelle nicht kennen", sagt Helmut Friedberg, der viele Jahre Deutsch und Religion am Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums unterrichtet und den Kontakt zum Marianum über die Jahre stets gepflegt hat. "Diejenigen, die dann herkommen, sind total fasziniert."

Nachdem das Collegium Marianum im Jahr 2006 gemäß der Entscheidung des Erzbischofs von Köln nach Bonn umgezogen war, erwarb der Neusser Bauverein die Kapelle. Wegen umfangreicher Bauarbeiten im ehemaligen Konvikt blieb sie zwei Jahre lang geschlossen. Als sie Ende 2011 wieder eröffnete, war sie um eine Sehenswürdigkeit reicher: einen Kreuzweg mit 15 Bronze-Stationen auf orangeroten Wänden. Darüber hinaus wird sie jetzt von zwölf farbenprächtigen bleiverglasten Fenster zum Innenhof verziert. Auch diese wird Helmut Friedberg am Samstag zeigen.

Der rund 40 Mitglieder zählende Freundes- und Förderverein will die Kapelle mit Leben füllen - bei Kunstführungen (35 allein im vergangen Jahr), Sonderveranstaltungen wie literarischen Lesungen oder gelegentlichen Sonntags-Gottesdiensten. Letztere liegen dem Verein, der eigens liturgisches Gerät und Messgewänder anschaffte, besonders am Herzen, betonte doch Mack selbst bei einem seiner Besuche in Neuss, die Kapelle "als sakralen Raum" konzipiert zu haben: "Ein Kunstwerk von dieser Bedeutung ist nicht von seiner Bestimmung zu trennen."

Bis Oktober laden Neuss Marketing und die NGZ im Rahmen der Reihe "Neusser Räume" alle zwei Wochen zu Aktiv-Touren ein, um den Neussern ihre Stadt unter ungewohnten Blickwinkeln näher zu bringen. Ziele sind interessante Institutionen und markante Gebäude, die auch viele Neusser zumindest auf diese Weise nicht kennen und bei denen sich ein Blick hinter die Kulissen lohnt - immer geführt von Kennern des jeweiligen "Neusser Raums".

Die Teilnehmer sind aufgerufen, nicht nur Zuhörer zu sein, sondern sich ihre Heimatstadt aktiv mit der Fotokamera zu erschließen. Begleitet wird die Reihe darum von einem Foto-Wettbewerb. Die schönsten Schnappschüsse und originellsten Motive zeigt Neuss Marketing auf seiner Homepage.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Serie Neusser Räume: Licht und Farbe in der Mack-Kapelle


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.