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Neuss
Lindner auf thematischer Weltreise

Neuss. Von TTIP bis EM - auf Gut Gnadental hatte der FDP-Bundesvorsitzende einige Felder zu beackern. Von Simon Janssen

Erbschaftssteuer, Flüchtlingssituation, Fußball-Europameisterschaft, Energiepolitik, TTIP: An Themen mangelte es Ulrich Deppendorf beim Unternehmer-Tisch auf Gut Gnadental gewiss nicht. Gewohnt wortgewandt arbeitete sie sein Gesprächspartner Christian Lindner systematisch ab, konnte sich einen kleinen Seitenhieb in Richtung des ehemaligen Leiter des ARD-Hauptstadtstudios jedoch nicht verkneifen. "Ich fühle mich wie bei meinem Staatsexamen, bei dem Tempo, das Sie vorlegen", sagte der FDP-Bundesvorsitzende schmunzelnd.

Los ging die thematische Weltreise in Amerika. Genauer gesagt in Orlando, wo am Wochenende und 50 Menschen bei einem Attentat in einem Nachtclub ihr Leben verloren. Angesprochen auf die Aussagen des umstrittenen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump, der nach der schockierenden Tat seine Forderung nach einem generellen Einreiseverbot für Muslime bekräftigt hatte, sagte Lindner: "Offene Gesellschaften wie unsere sind verwundbar. Das machen sich diejenigen zunutze, die unsere Freiheit hassen. Diese Menschen wünschen sich doch eine Politik, wie Trump sie fordert, weil sie die Gesellschaft destabilisiert."

Den Bogen spannte Ulrich Deppendorf weiter über die hitzige Debatte um die Aussagen des AfD-Politikers Alexander Gauland, der kürzlich polterte, die deutschen Bürger wollten Nationalspieler Jérôme Boateng nicht als Nachbarn haben. Lindner, der diese Aussage, als "Rassismus" bezeichnete, echauffierte sich nicht nur über die Ansichten der AfD, sondern auch um die Aufmerksam, die diese Partei immer wieder erhalte. "Warum kommt aus der Ecke jeder Rülpser auf die Titelseiten? Was hat sich da bereits verändert in unserer politischen Kultur?"

Ebenfalls deutlich positionierte sich der 37-Jährige in der nächsten "Themenstation", als das Schlagwort TTIP fiel. Lindner sieht in dem transatlantischen Freihandelsabkommen wirtschaftliche Vorteile. Insbesondere für den Mittelstand, da Konzerne mit großen Verwaltungsabteilungen den Atlantik leichter überwänden, als ein Mittelständler. Für Schmunzeln im Publikum sorgte Lindner schließlich, als er auf die Frage Deppendorfs, ob er Außenminister werden wolle, entgegnete: "Das erspare ich Ihnen."

Quelle: NGZ
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