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Neuss
Linke kritisiert Verfahren bei Umweltdezernenten-Wahl

Neuss. Die Bewerber für die Stelle des neuen Umweltdezernenten hatten sich in der Fraktion "Die Linke" noch nicht vorgestellt, da wurden in anderen Fraktionsgeschäftsstellen schon Dankschreiben an die unterlegenen Kandidaten formuliert. Denn nach den Grünen hatten sich auch CDU und SPD auf Matthias Welpmann geeinigt, dessen Wahl in den Verwaltungsvorstand durch den Rat kommende Woche damit nur eine Formsache ist.

Welpmann kann nach seiner Vorstellung zwar auch auf die drei Stimmen der Fraktion "Die Linke" zählen, doch deren Vorsitzender Roland Sperling hadert laut mit dem Verfahren. Er spricht von einer "öffentlichen Vorfestlegung" der anderen, noch bevor das Verfahren abgeschlossen war, und fordert Konsequenzen. In der Ratssitzung kommende Woche wird er den Antrag stellen, dass die Verwaltung bei künftigen Dezernentenwahlen in Absprache mit den Fraktionen die Bewerber nur zu einem einzigen Vorstellungstermin einlädt.

Das war bisher so üblich und auch im vorliegenden Fall geplant. Allerdings hatte die Grünen-Fraktion, bei der das Vorschlagsrecht liegt, eine Vorstellungsrunde vorgezogen, um den anderen Fraktionen schon ihren "Wunsch" mit in die Beratung geben zu können. CDU und SPD wiederum hatten sich erst auf den von der Verwaltung vorgeschlagenen Termin 8. Juni festgelegt, diesen dann aber um eine Woche vorgezogen. Das Ergebnis war danach nicht geheimzuhalten gewesen. "Ein unwürdiges Vorgehen", schimpft Sperling, der besonders über den SPD-Bürgermeister Reiner Breuer empört ist. Der hatte über die Medien seiner Fraktion vorab souffliert, wer sein Favorit ist. "Viele Bewerber haben wegen dieser Vorfälle ihre Bewerbung frustriert zurückgezogen", behauptet Sperling.

(-nau)
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