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Neuss
Liste mit Lesungen zu Martin Walser ist noch offen

Neuss. Bis Freitag werden noch Ideen für "Neuss liest Martin Walser" in der Stadtbibliothek angenommen.

Mehr als 20 Termine stehen schon jetzt auf dem Kalender der Lese-Aktion "Neuss liest ein Buch", die bereits zum siebten Mal von der Stadtbibliothek veranstaltet wird und aktuell dem Schriftsteller Martin Walser und seinem 2001 erschienenen Roman "Der Lebenslauf der Liebe" gewidmet ist. "Es dürfen gerne noch mehr dazukommen", sagen Bibliotheks-Chef Alwin Müller-Jerina und seine Mitarbeiterin Christine Breitschopf, die das Lese-Fest gewissermaßen zweigeteilt haben.

Auf der einen Seite stehen die "Kaffeepausen-Lesungen", in denen in Fortsetzungen an verschiedenen Orten über die rund vier Wochen Festival-Dauer der Roman Walsers vorgelesen wird. Und auf der anderen Seite geht es um Lesungen aus anderen Büchern Walsers wie etwa aus "Ein sterbender Mann" oder "Brandung". In beiden Bereichen, so versichern Müller-Jerina und Breitschopf, gibt es noch Luft. Viele der Partner aus den vergangenen Jahren seien wieder dabei, aber es dürften auch noch mehr werden, sagen sie.

Mindestens zehn "Kaffeepausen-Lesungen" brauche das Buch, und auch wenn diese bereits fest vereinbart sind: "Das Buch hat rund 500 Seiten", sagt der Bibliothekschef und lacht, "da gibt es genug Stoff, um noch fünf Termine mehr anzubieten." Aber dafür müssten sich auch Interessenten melden. Die Federführung hat die Stadtbibliothek, Müller-Jerina teilt die Abschnitte für die Lesungen ein, damit die Abfolge auf jeden Fall eingehalten wird.

Für den anderen Bereich gilt: "Jeder kann machen und anbieten, was er möchte." Walsers Werk sei so umfangreich, dass es genug Anregungen gibt: " Er hat auch Theaterstücke und Gedichte geschrieben." Zudem sind auch seine vier Töchter Künstlerinnen: Alissa und Johanna sind Schriftstellerinnen, Theresia ist Dramatikerin, Franziska hat sich anders orientiert und ist Schauspielerin. Seit 2009 ist auch bekannt, dass Martin Walser zudem einen Sohn hat: Jakob Augstein, Journalist und Verleger.

Dass auch aus deren Werkverzeichnis etwas für die Neusser Aktion lesbar ist, hält Müller-Jerina für durchaus möglich. Und er wünscht sich, dass auch der "umstrittene Walser" - wegen seiner Rede in der Paulskirche 1998 oder seines Romans "Der Tod eines Kritikers" - einen größeren Niederschlag findet.

Auch Lesungen aus den auf seiner eigenen Favoritenliste stehenden Büchern "Ein fliehendes Pferd" oder "Ein springender Brunnen" kann er sich gut vorstellen: "Ich mache dann gerne die Einführung." Als bewährte Zeiten hätten sich 17 oder 18 Uhr eingespielt, meint er: "Viele Menschen gehen lieber direkt von der Arbeit zu einer Lesung, sind aber abends dann rechtzeitig zu Hause."

"Neuss liest ein Buch" beginnt mit der Auftaktveranstaltung im Foyer des RLT am Mittwoch, 12. Okotber, 19.30 Uhr. Martin Walser, der im nächsten Jahr 90 Jahre alt wird, kommt und liest aus seinem jüngsten Roman "Ein sterbender Mann". David Eisermann wird moderieren.

Bis zum 13. November gibt es Lesungen und andere Veranstaltungen zu Walser und seinem Werk. Wer noch etwas beisteuern möchte, kann dies bis 16. September an die folgende Adresse christine.breitschopf@stadt.neuss.de mailen.

(hbm)
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