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Neuss
LKA ermittelt nach E-Mail-Virus im "Lukas"

Neuss: LKA ermittelt nach E-Mail-Virus im "Lukas"
Ärzte und Patienten in Neuss wurden über den System-Ausfall mittels Flugblättern informiert. FOTO: Andreas Woitschützke
Neuss. In den Städtischen Kliniken ist das Computervirus-Problem noch nicht behoben. Von Sebastian Bergmann

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet das deutschlandweit erste Krankenhaus mit DSL-Zugang an den Patientenbetten, das Lukaskrankenhaus, derzeit komplett vom Internet abgetrennt ist. Aufgrund eines Computervirus, der am Mittwoch dazu führte, dass nahezu alle Rechner des Lukaskrankenhauses weiter ausgeschaltet bleiben müssen, ist der laufende Betrieb des Krankenhauses weiter eingeschränkt. Herzinfarkt- und Reanimationspatienten sowie Schwerverletzte müssen nach wie vor zu anderen Krankenhäusern geleitet werden. "Die Versorgung können wir aber, obwohl unsere IT-Systeme heruntergefahren sind, sicherstellen. Wir arbeiten quasi im Handbetrieb", sagt der kaufmännische Geschäftsführer der Städtischen Kliniken, Dr. Nicolas Krämer.

Das Lukaskrankenhaus ist nicht das einzige Krankenhaus in Deutschland, das derzeit Probleme mit seinem Computer-Netzwerk hat. "Wir bekommen aktuell viele Anrufe von Kliniken und Firmen aus der Region und anderen Bundesländern, die mit ähnlichen PC-Problemen zu kämpfen haben", sagt Pressesprecher Andreas Kremer. Die IT-Abteilung des "Lukas" arbeitet - unterstützt von externen Experten - weiter mit Hochdruck an der Lösung des Problems. Alles geschehe in enger Abstimmung mit dem inzwischen eingeschalteten Landeskriminalamt, den zuständigen Behörden und dem Gesundheitsministerium, heißt es von Seiten des Krankenhauses.

Auch wenn einige Computer der Neusser Kliniken noch mit dem mittlerweile veralteten Windows-System "XP" betrieben würden, habe die derzeitige Problematik nichts mit dem System zu tun. "Der Virus gelangte durch einen E-Mail-Anhang ins System und wurde vom Antiviren-Programm nicht entdeckt", sagt Kremer. Derzeit werde versucht, saubere Backups auf die mehreren Hundert befallenen Rechner zu spielen.

Etwa zehn bis 15 Prozent der geplanten Operationen im Lukaskrankenhaus mussten aufgrund der Virus-Probleme auf die kommende Woche verschoben werden.

Quelle: NGZ
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