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Serie Meine Ausbildung (10)
Logistiker müssen im Lager mit anpacken können

Serie Meine Ausbildung (10): Logistiker müssen im Lager mit anpacken können
Nikolaos Kolsouzidis absolviert bei Polo in Jüchen seine Ausbildung zum Fachlageristen. FOTO: Lothar BErns
Neuss. Gabelstapler ziehen ihre Runden durch die riesige Halle. So weit das Auge reicht, türmen sich Papp-Kartons in meterhohen Regalen, überall Verpackungen, Barcodes und Paletten. Mehr als 40 000 unterschiedliche Artikel lagern bei der Firma Polo in Jüchen, die sich auf Motorradkleidung und -zubehör spezialisiert hat. Nikolaos Kolsouzidis ist einer derjenigen, die im komplexen Warenlager des Unternehmens den Überblick behält. Von Christian Kandzorra

Der 28-Jährige absolviert dort eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Die Artikel, die Zweigstellen der Firma oder Privatkunden online bestellen, werden von Jüchen aus in die ganze Welt geschickt. "Umgekehrt kommen Waren aus der ganzen Welt zu uns", sagt Kolsouzidis. Er kümmert sich um die Annahme der Waren, ums Verpacken und Verschicken, um die Post - und um die Retouren.

Bewerbung Wer sich für eine Ausbildung zum Lagerlogistiker entscheidet, sollte bereit sein, auch körperlich zu arbeiten. Voraussetzungen sind neben dem Hauptschulabschluss die Fähigkeiten, pünktlich und zuverlässig arbeiten zu können. "Auch wenn's mal stressig wird", sagt Julia Kern aus der Personalabteilung. Denn gerade in der Motorrad-Saison zwischen März und Oktober herrscht im Warenlager Hochbetrieb. Die Mitarbeiter müssen dann ihr organisatorisches Talent unter Beweis stellen und auch unter Zeitdruck präzise arbeiten.

Ausbildung Nikolaos Kolsouzidis ist Frühaufsteher. "Das passt gut, denn der Arbeitstag beginnt für mich meistens schon gegen 7 Uhr morgens", erzählt der Rheydter. In seiner Ausbildung durchläuft er unterschiedliche Abteilungen. Aktuell ist er mit Retouren beschäftigt, also Waren, die zurücksendet werden. "Mich reizt die Abwechslung am Beruf. Täglich gibt es neue Herausforderungen." Denn nicht nur ungefährliche Waren wie Motorradhelme liegen verpackt in den Regalen. "Wir lernen auch den fachmännischen Umgang mit Gefahrgütern. Dazu zählen etwa spezielle Reinigungsmittel", sagt Kolsouzidis. Bevor sich der Fachabiturient für die Ausbildung zum Lagerlogistiker entschieden hatte, war er auf Aushilfsbasis in einer Spedition angestellt. "Dort waren die Abläufe allerdings nicht so komplex", berichtet Kolsouzidis, der sich im Arbeitsalltag auch körperlich anstrengen muss. Die größten Teile, die in den Regalen einlagerten, seien ganze Koffersätze. "Die kleinsten sind Glühbirnen im Ersatzteil-Lager", sagt der 28-Jährige.

Die Ausbildungsvergütung ist bei Fachkräften für Lagerlogistik übrigens nicht tariflich geregelt. Die Löhne schwanken je nach Branche und Ausbildungsjahr zwischen 737 und 964 Euro brutto.

Berufsschule Zweimal pro Woche besucht der Rheydter das Berufskolleg in Viersen-Dülken. Auf dem Stundenplan steht dort auch fachbezogener Unterricht. "Zum Beispiel logistische Prozesse", sagt der Auszubildende, der die kleinen Klassen schätzt. Er wird dort ausschließlich mit Auszubildenden unterrichtet, die den gleichen Beruf erlernen.

Zukunft Fachkräfte für Lagerlogistik sind in unterschiedlichen Branchen gefragt. Weil auch der Online-Versandhandel immer stärker zunimmt, suchen viele Unternehmen ausgebildetes Personal. Die Chancen, nach Abschluss der Lehre eine Anstellung zu finden, stehen entsprechend gut.

Serie Die Serie "Meine Ausbildung" stellt in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Ausbildungsberufe vor. Jugendliche, die sich für den vorgestellten Beruf oder für andere Berufe interessieren, machen einen Termin mit der Berufsberatung unter der Servicenummer 0800 4555500. Internetlinks: www.berufe.tv und www.berufenet.arbeitsagentur.de

Quelle: NGZ
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