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Neuss
Lokalrunde ist für Neusser ein Heimspiel

Neuss: Lokalrunde ist für Neusser ein Heimspiel
Live-Musik und ein leckeres Bier - im Rheingold gab es am Samstag Abend Soul und Pop mit der Band "Page 1". FOTO: Anja Tinter
Neuss. Ein Konzept, das schon seit vielen Jahren aufgeht- Live-Musik ganz unterschiedlicher Richtungen an einem Abend in 15 Kneipen. Von Anne Odendahl

"Ich warte auf den Startschuss", ruft der Bassist von "Connection 99". Ralph Heinz gibt das Zeichen, indem er den Arm hebt: "Los geht's!" Ziemlich pünktlich, quasi nach der Tageschau, beginnt die Lokalrunde am Samstagabend in der Innenstadt. In der Flotten Theke stehen die Gäste schon dicht gedrängt, und Wirt Heinz ist fleißig dabei, die Bändchen zu verkaufen, die zur Teilnahme berechtigen. "Manche Gäste bleiben den ganzen Abend, wenn ihnen die Band gefällt. Aber die Idee ist natürlich, dass man mehrere Kneipen besucht", sagt Heinz, Mitbegründer der Initiative der Neusser Innenstadt-Gastronomen (inig), die die Lokalrunde präsentieren.

Mitmachen können alle Wirte und Ziel ist es, ein vielfältiges Repertoire an Live-Musik anzubieten. Das gelang auch bei der 23. Auflage mit einer Mischung aus Pop, Blues, Schlager und Latin in 15 Lokalen. Die dominierende Stilrichtung war allerdings der Rock in allen seinen Facetten. So schallte der laute Mix aus 60er-Jahre-Garage-Rock und Punk schon laut über die Niederstraße aus der Gießkanne. Wirt Norbert Schommen hat sich seinen Favoriten "Könich Kallen Syndrom" ins Haus geholt: "Die finde ich total gut und meine Gäste auch." Die sind in allen Altersgruppen vertreten und klatschen und springen mit zu "I'm a believer" und "Deep in the heart of Texas" in dem kleinen Ladenlokal. "Für uns als Band ist es toll, dass die Neusser unsere Musik so gut annehmen", sagt Sänger Peter Kallen. Der Düsseldorfer Wirt weiß, was die Menschen aus der Nachbarstadt mögen: "Den guten Rock, den sie kennen. Wir merken direkt, was läuft und was nicht. Da stellen wir uns dann schnell darauf ein." Für die Neusser Wirte ist die Lokalrunde ein Heimspiel. "Klar kommen auch neue Leute vorbei, aber auch bei der Lokalrunde sind knapp 80 Prozent Stammgäste hier", sagt Bernhard Strenczek, Wirt im Markt 27. Bei ihm spielt die Jazzformation "Almost Blue". Er findet die Musik klasse: "Ich würde keine Band engagieren, deren Stil ich nicht mag." Sein Team und er haben gut zu tun hinter der Theke. Dennoch holen die wenigsten Wirte die Kosten für die Bands wieder rein, da helfen auch die einmaligen fünf Euro Eintritt nicht. Spaß haben sie allerdings trotzdem und freuen sich, ihren Gästen etwas Besonderes bieten zu können.

"Es ist echt mal was anderes. Das Vogthaus ist zwar unser zweites Wohnzimmer, aber mit Live-Musik ist es noch viel besser", sagt Monika Ringes vom "Hühnerstammtisch", wie die Damen sich selbst nennen. An diesem Abend spielt die Band "The Missing Links" Lieder von den Beatles, Stones und CCR. "In den Kneipen sind wir immer ganz nah dran am Publikum, das bringt richtig Schwung", sagt Bandleader Wolfgang Lahme. Maria Mühle von der Betriebsleitung sieht das genauso: "Die Gäste sind echt lockerer und auch die Neusser aus den weiter umliegenden Stadtteilen kommen mal vorbei." Aber selbst "die Hühner" sind durchaus auch kritisch. "Wenn uns die Musik nicht gefallen würde, würden wir weitergehen", sagen Monika Ringes, Dagmar Brück, Angelika Löffler und Angela Lewandowsky einstimmig.

"Die Wirte probieren gerne Neues aus, damit die Abwechslung bleibt", sagt Wolfgang Dany, der die Lokalrunde organisiert.

Quelle: NGZ
 
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