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Neuss
Los entscheidet über Schulbuch-Kauf

Neuss: Los entscheidet über Schulbuch-Kauf
Stadtsprecher Michael Kloppenburg findet das Verfahren fair. FOTO: woi
Neuss. Die Stadt muss die Bücher im nächsten Jahr neu ausschreiben. Von Susanne Genath

Rund 620.000 Euro gibt die Stadt Neuss pro Jahr für Schulbücher aus. Allerdings kommt das Geld nur im Ausnahmefall dem örtlichen Buchhandel zugute. Denn der Auftrag wird bundesweit ausgeschrieben und - weil alle Angebote wegen der Buchpreisbindung identisch sind - dann per Los ermittelt. Das nächste Mal im kommenden Frühjahr.

"Die letzte Ausschreibung wurde aus Gründen der Wirtschaftlichkeit für die Schuljahre 13/14, 14/15 sowie 15/16 durchgeführt", berichtet Stadtsprecher Michael Kloppenburg. Um nicht nur Großunternehmen die Teilnahme zu ermöglichen, war der Auftrag gestückelt worden. Den Zuschlag erhielten Buchhändler aus Leichlingen, Heiligenhaus, Krefeld sowie aus Süd- und Norddeutschland. "Die Summe für die jährlich zu beschaffenden Bücher übersteigt den sogenannten Schwellenwert, so dass ein anderes Vergabeverfahren nicht zulässig ist", sagt Kloppenburg.

Die Auftragssumme der einzelnen Teilaufträge sei so verteilt, dass die Buchhändler für die Hauptbestellungen die maximal möglichen Rabatte nach den gesetzlichen Bestimmungen gewähren müssten. Ab 50.000 Euro sind dies laut Buchpreisbindungsgesetz zum Beispiel 15 Prozent. Eine Aufteilung des städtischen Schulbuchbedarfs in Einzelaufträge, die dann Händlern in Neuss erteilt werden könnten, sei vergaberechtlich verboten, sagt Kloppenburg. "Der örtliche Buchhandel kann sich aber wie alle Buchhändler am offenen Vergabeverfahren beteiligen."

Das Losverfahren sei fair, findet auch Dorothea Gravemann, die das "Bücherhaus am Münster" betreibt. So könne keine Klüngelei aufkommen. Sie habe 2013 auch ein Angebot für die Neusser Schulbücher abgegeben. "Aber wir hatten kein Losglück." Dafür aber in anderen Städten. "Wir liefern zum Beispiel Schulbücher nach Köln, Wuppertal und Baesweiler."

Sie habe sich auch schon an Ausschreibungen in Hamburg und Potsdam beteiligt - allerdings erfolglos. "In der Regel lohnt sich die Schulbuch-Lieferung nur innerhalb eines 100-Kilometer-Radius", sagt Gravemann.

Quelle: NGZ
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