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Computer-Viren infizieren Krankenhaus-Rechner
Lukaskrankenhaus plant für Wochenende ohne Computer

Neuss. Im Lukaskrankenhaus in Neuss konnten die Computer-Probleme noch nicht behoben werden. Das Krankenhaus stellt sich darauf ein, auch am Wochenende ohne Computer auszukommen. Patienten mit Herzinfarkt oder Schwerverletzte werden derzeit nicht aufgenommen. Das LKA ermittelt.  Von Sebastian Bergmann

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet das deutschlandweit erste Krankenhaus mit DSL-Zugang an den Patientenbetten, das Lukaskrankenhaus, derzeit komplett vom Internet abgetrennt ist. Aufgrund eines Computervirus, der am Mittwoch dazu führte, dass nahezu alle Rechner des Lukaskrankenhauses weiter ausgeschaltet bleiben müssen, ist der laufende Betrieb des Krankenhauses weiter eingeschränkt. Herzinfarkt-, und Reanimationspatienten sowie Schwerverletzte müssen nach wie vor zu anderen Krankenhäusern geleitet werden. "Die Notfallversorgung können wir aber, obwohl unsere IT-Systeme heruntergefahren sind, wieder sicherstellen. Wir arbeiten quasi im Handbetrieb", sagt der kaufmännische Geschäftsführer der Städtischen Kliniken, Dr. Nicolas Krämer.

Das Lukaskrankenhaus ist nicht das einzige Krankenhaus in Deutschland, das derzeit Probleme mit seinem Computer-Netzwerk hat. "Wir bekommen aktuell viele Anrufe von Kliniken und Firmen aus der Region und anderen Bundesländern, die mit ähnlichen PC-Problemen zu kämpfen haben", sagt Pressesprecher Andreas Kremer. Die IT-Abteilung des "Lukas" arbeitet – unterstützt von externen Experten – weiter mit Hochdruck an der Lösung des Problems. Alles geschehe in enger Abstimmung mit dem inzwischen eingeschalteten Landeskriminalamt, den zuständigen Behörden und dem Gesundheitsministerium, heißt es von Seiten des Krankenhauses.

Auch wenn einige Computer der Neusser Kliniken noch mit dem mittlerweile veralteten Windows-System "XP" betrieben würden, habe die derzeitige Problematik nichts mit dem System zu tun. "Der Virus gelangte durch einen E-Mail-Anhang ins System und wurde vom Antiviren-Programm nicht entdeckt", sagt Kremer. Derzeit werde versucht, saubere Backups auf die mehrere Hundert befallenen Rechner zu spielen.

Etwa zehn bis 15 Prozent der geplanten Operationen im Lukaskrankenhaus mussten aufgrund der Virus-Probleme auf die kommende Woche verschoben werden.

Die Mitarbeiter des Lukaskrankenhauses in Neuss stellen sich nun darauf ein, auch am Wochenende ohne Computer zu arbeiten. In der Nacht zu Freitag sollten die Systeme probeweise wieder hochgefahren werden. Das verlief aber nicht wie von den IT-Experten gewünscht. "Das ist die zweite Nacht, die wir durchgearbeitet haben", sagt Pressesprecherin Ulla Dahmen. Das W-lan für Patienten und Besucher sei weiterhin abgeschaltet. 

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