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Neuss
Malerei als Spiegel des Menschen

Neuss: Malerei als Spiegel des Menschen
Babak Monazzami lebt und arbeit in Neuss. Foto (2): hbm FOTO: Helga Bittner
Neuss. Babak Monazzami stellt seine Bilder ab morgen im Kunstraum Neuss aus.

Seine Wohnung ist voller Bilder. Dabei hat Babak Monazzami ohnehin kaum Platz in seinem Appartement, aber das Malen ist ihm ein Bedürfnis, sagt er. Also greift er auch immer wieder zu Pinsel und Farbe, eine Auswahl dessen, was dabei herauskommt, zeigt er ab morgen im Kunstraum Neuss.

Malen ist für den 33-Jährigen eine Methode, seine eigene Geschichte zu verarbeiten: "Bilder sind wie ein Spiegel dessen, was in uns steckt", sagt er. Monazzami wurde im Iran geboren, kam als politisch Verfolgter nach Deutschland und lebt seit einiger Zeit in Neuss. Viele seiner Bilder zeigen junge Mönche in Asien oder auch Hochzeitszenen aus Afrika. Dabei sieht er auch jene, die "nicht dabei sein können", mit traurigen Gesichtern spiegelt er die Gefühlslage nach der Beschneidung von Frauen. Doch er lässt den Betrachter kaum einmal rätseln, seine Bilder sind figürlich, fast mit fotografischer Genauigkeit gearbeitet.

Immerwiederkehrendes Motiv aber ist das Pferd. "Die freien Pferde rennen" ist seine Ausstellung denn auch betitelt, denn Pferde sind für ihn wie ein Synonym für den Menschen, der frei sein will, aber nicht ist. "Die Tiere leiden unter Depressionen, weil sie laufen wollen, aber nicht dürfen", meint er. Und wenn er ihnen deswegen Rückenprobleme zuschreibt, hat das auch was mit seinem eigenen Werdegang zu tun: Monazzami sieht sich nicht nur als künstlerisches Multitalent, sondern weiß auch um die Heilkräfte alter Kulturen.

Seine Malerei spiegelt auch Monazzamis große Leidenschaft: das Reisen. Vermutlich würde er sie noch intensiver pflegen, wenn es finanziell möglich wäre. "Ich kann überall in Europa arbeiten", sagt er, der auch schon als Moderator, Regisseur und Model gearbeitet hat, und ergänzt: "Die Bewegungsfreiheit ist für einen Künstler sehr wichtig."

Info Deutsche Straße, Vernissage morgen, 19 Uhr, bis 5. Januar

(hbm)
 
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