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Neuss
Mann stirbt bei Brand in Bungalow

Toter bei Feuer in Neuss
Toter bei Feuer in Neuss FOTO: Patrick Schüller
Neuss. Für einen 48 Jahre alten Further kam jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehr konnte ihn in der Nacht zu Donnerstag nur noch tot bergen. Die Polizei schließt Brandstiftung aus. Der Bruder des Opfers erlebte den Brand aus nächster Nähe mit. Von Simon Janssen

Wenige Sekunden nachdem er durch das Blaulicht erwachte, das sein Schlafzimmer erhellte, schnellte er zur Balkontür, um zu schauen, was draußen vor sich geht. "Ich habe die Tür aber sofort wieder geschlossen, weil der Rauch der von draußen eindrang, einfach zu dicht war", erinnert er sich. Zu diesem Zeitpunkt - am Donnerstag, ungefähr um 4 Uhr in der Früh - wusste der 61-Jährige, der namentlich nicht genannt werden möchte, noch nicht, dass der benachbarte Bungalow in Flammen steht. In dem wohnen sein 48 Jahre alter Bruder und seine Mutter.

Wenig später musste der 61-Jährige die schockierende Nachricht entgegennehmen, dass sein jüngerer Bruder von den Einsatzkräften nur noch tot geborgen werden konnte. Seine Mutter schaffte es noch ins Freie und wurde wegen eingeatmeten Rauchs in ein Krankenhaus gebracht. "Ich weiß nicht, wie es zu dem Brand kommen konnte", sagte der Bruder gestern Mittag. Wenige Meter weiter bahnten sich zu diesem Zeitpunkt Ermittler der Polizei den Weg durch das ausgebrannte Haus, untersuchten unter anderem die Reste eines Fernsehgeräts.

Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr, die um 3.54 Uhr alarmiert wurden, die Flurstraße erreichten, zog bereits dichter Rauch auf die Straße. Die Mutter des Toten wartete vor dem brennenden Bungalow. "Sie informierte uns darüber, dass sich ihr Sohn noch im Haus befindet", sagte Feuerwehr-Sprecher Florian Korthauer auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Brand konnte zwar schnell unter Kontrolle gebracht werden, doch laut Korthauer war der rund zweistündige Einsatz aufgrund der starken Hitze- und Rauchentwicklung ein äußerst schwieriges Unterfangen. Eigentlich sei es üblich, dass ein Trupp der Feuerwehr vor dem Gebäude wartet, während sich ein zweiter Trupp mit Atemschutzmasken Zugang verschafft. "Da es eine vermisste Person gab, sind aber gleich beide Trupps reingeschickt worden", sagt Korthauer. Darüber, dass Nachbargebäude bei dem Vorfall beschädigt worden sind, habe der Feuerwehr-Sprecher keine Informationen.

Aber wie kam es zu dem tödlichen Brand? Die Kriminalpolizei beschlagnahmte den Brandort und leitete umgehend Untersuchungen zur Brandursache ein. Gestern teilte die Polizei dann am frühen Nachmittag mit, dass bisherige Erkenntnisse eine fahrlässige Verursachung in Betracht kommen lassen. Details wurden nicht genannt. Hinweise auf ein Fremdverschulden durch Dritte lägen aber derzeit nicht vor. Heißt: Brandstiftung wird aktuell ausgeschlossen. Die Ermittlungen dauern aber an.

Neben der Polizei waren gestern der hauptamtliche Löschzug, Löschzug Furth, Löschzug Norf, zwei Rettungswagen und ein Notfalleinsatzfahrzeug im Einsatz. Auch die Notfallseelsorge wurde von der Einsatzleitung angefordert. "Sie kümmern sich primär um die Betreuung von Betroffenen, stehen bei solch belastenden Einsätzen aber auch unseren Kräften zur Verfügung", sagt Korthauer.

Quelle: NGZ
 
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