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Neuss
MaximNoise singt von seiner Kindheit

"Schöner Lärm" in Neuss
"Schöner Lärm" in Neuss FOTO: Col (Sony Music) / Fotomontage: ki-
Neuss. Der Neusser Max Jäger rappt und produziert erfolgreich unter dem Künstlernamen "MaximNoise". Zu seinem persönlichsten Song "Über Leben und Überleben" hat er nun ein Musikvideo auf YouTube veröffentlicht. Von Lisa Kreuzmann

An einen Titel hat sich der Musiker nicht herangewagt. Denn für den Rapper Max Jäger aus Neuss - alias "MaximNoise" - ist "Über Leben und Überleben" eine sehr besondere Nummer auf seinem aktuellen Album. "So ein Lied macht man nur einmal", sagt er, "ich hatte zu großen Respekt vor diesem Song, um ein Musikvideo daraus zu machen." Doch seine Fans ließen nicht locker. Ein Jahr nachdem das Album erschien, hat der Künstler ein Video des Songs auf Youtube hochgeladen. Das Ergebnis ist eine sehr intime Erzählung unter Einsatz vieler persönlicher Erinnerungen und Requisiten.

In diesem Lied erzählt MaximNoise von den Momenten, die sein Leben nun nicht mehr bestimmen sollen: Frustration, Misserfolg, Wut. "Mir war es wichtig zu zeigen, dass ich nicht privilegiert aufgewachsen bin", sagt der Neusser heute. Sein Vater verließ die Familie, als MaximeNoise noch ein Kleinkind war, als Teenager begann er dann, Cannabis zu rauchen, flog von der Schule, schaffte den Realschulabschluss. Seitdem macht er Musik. Ein klassische Rapper-Laufbahn, könnte man sagen. Der Aufstieg eines Schulabbrechers zu einem Musiker, der Platten verkauft und Konzerte spielt. Aber Neuss ist nun mal nicht die Bronx, und MaximNoise mag diese Kategorien auch nicht. Der Rap ist sein Äußeres, der Text sein Inneres. Das sei nun mal seine Welt.

In "Über Leben und Überleben" spricht er diejenigen Themen an, über die er vorher noch nie gesprochen hat. Die Wut auf seinen Vater, die Sehnsucht, die Suche, die Langweile, seine Verletzlichkeiten. "Der kleine Trottel mit dem Panzerglas", rappt MaximNoise. Eine Brille trägt er bis heute, er sehe nämlich so schlecht, dass er als kleiner Junge gegen die Wand gelaufen sei, ehe die Mutter bemerkte, dass er eine Sehhilfe benötigte. "Meine Mutter hat immer zu mir gehalten", sagt MaximNoise. Mit bislang sechs veröffentlichten Alben hat sich der Musiker auch über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Im April dieses Jahres war er zu Gast bei einer der wichtigsten Musikpreisverleihungen Deutschlands, beim "Echo" in Berlin. "Ich bin inzwischen auch Vorbild", sagt er. Einige Szenen seines neuen Musikvideos wurden in der Eifel gedreht. An einem Ort, dessen Weitblick auch für seinen eigenen Wandel zu einem Menschen, der nach vorne schaut, stehen soll. Der Sohn einer Freundin spielt darin den kleinen Max Jäger, als er noch nicht als MaximNoise auftrat. Die Brille, die der Junge in dem Clip trägt, ist eine Originalkinderbrille des Musikers. Und noch eine weitere persönliche Requisite hat der Hip Hopper eingebaut. Die Erstlingswerke des jungen Künstlers, auf Papier, mit Bunt- und Filzstift. "Meine Mutter hat alle Bilder, die ich gemalt habe aufgehoben", erzählt er. Vor drei Jahren habe sie die Gemälde dann ihrem Sohn mit den Worten übergeben, er sei nun alt und auch vernünftig genug, die Bilder selbst zu verwahren.

Am 17. Juni möchte MaximNoise ein neues Album - "Auf ein Noise" - herausbringen. Ein Potpourri aus seinen liebsten Songs live eingespielt. Und Endes des Jahres soll auch ein Album mit komplett neuen Songs erscheinen. Mit diesem Erfolg möchte er zeigen, dass aus jedem etwas werden könne.

Quelle: NGZ
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